Die bereits hohe Zahl demokratischer Bewerber für die Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten von Amerika im kommenden Jahr wächst weiter an. Am Sonntag gab Pete Buttigieg, Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana, vor Anhängern in der Stadt offiziell bekannt, gegen US-Präsident Donald Trump antreten zu wollen. "Ich bin hier, um eine andere Geschichte als 'Macht Amerika wieder großartig' zu erzählen", sagte Buttigieg, der offen homosexuell ist, mit Blick auf Trumps Slogan.

Zu Buttigiegs Ankündigung waren so viele Menschen nach South Bend gekommen, dass nicht alle in den Veranstaltungsort in einer ehemaligen Autofabrikhalle passten – viele verfolgten die Ansprache bei Regen auf einer riesigen Leinwand vor der Halle. Die Kühnheit seines Vorhabens als Bürgermeister einer Stadt im Mittleren Westen der USA und als Millennial sei ihm bewusst, sagte er vor einem "Pete, Pete, Pete"-rufenden Publikum. "Mehr als ein bisschen gewagt, mit 37 Jahren das höchste Amt im Land anzustreben."

"Er steht für eine neue Generation demokratischer Führung. Wir lieben seine Vision", sagte die 35-jährige Jenn Watts, die ihre dreijährige Tochter auf den Schultern trug.

Harvard-Absolvent, Afghanistan-Veteran, angesehener Bürgermeister

Buttigieg ist Absolvent der Eliteuniversität Harvard, war Stipendiat des prestigeträchtigen Rhodes-Stipendiums der Universität Oxford, spricht acht Sprachen und steht der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend bereits seit sieben Jahren vor. Von dem Amt nahm er eine siebenmonatige Auszeit, um als Soldat in Afghanistan zu dienen. Er wäre der erste offen homosexuelle Präsidentschaftskandidat einer der großen Parteien der USA.

Als Bürgermeister hat sich Buttigieg einen guten Ruf erworben. Ihm wird ein Anteil daran zugeschrieben, dass es in South Bend wirtschaftlich wieder aufwärts ging. In das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten stieg Buttigieg vor einigen Wochen als Außenseiter ein – mittlerweile ist seine Bekanntheit stark gestiegen.

In den vergangenen Wochen hat bereits eine ganze Reihe von Demokraten ihre Bewerbung erklärt. Dazu gehören die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris und Kirsten Gillibrand und der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro. Die Zahl der Bewerber um die Kandidatur gegen Trump dürfte in den kommenden Monaten weiter deutlich anwachsen.