Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden soll eine Parteikollegin unerlaubt auf den Hinterkopf geküsst haben. Biden habe mit einem langen Kuss im Jahr 2014 Unbehagen, Ekel und Verwirrung bei ihr ausgelöst, schrieb die Demokratin Lucy Flores in einem Beitrag für das Magazin New York. "Selbst wenn sein Verhalten nicht gewalttätig oder sexuell war, war es erniedrigend und respektlos."

Biden reagierte überrascht auf die Vorwürfe. "In meinen vielen Jahren im Wahlkampf und im öffentlichen Leben habe ich unzählige Handschläge ausgetauscht, Umarmungen, Sympathiebekundungen, Unterstützung und Trost", teilte er in einer Stellungnahme mit. Nicht einmal habe er jedoch gedacht, unangemessen zu handeln. Wenn er dies jedoch getan habe, wolle er die Anschuldigungen respektvoll anhören.

Unterstützung erhielt Biden unter anderem von Stephanie Carter, der Frau des ehemaligen US-Verteidigungsministers Ash Carter. Als dieser 2015 vereidigt wurde, kursierten Fotos des damaligen Vize-Präsidenten Biden bei der Zeremonie im Internet. Darauf war zu sehen, wie Biden etwas ins Ohr von Stephanie Carter flüsterte und seine Hände auf ihre Schultern legte. Biden sei in ihrer Wahrnehmung ein enger Freund, der ihr damals geholfen habe, durch einen wichtigen Tag zu kommen, sagte Stephanie Carter nun. "Und dafür werde ich immer dankbar sein."

Der Vorwurf kommt zu einer Zeit, in der Biden entscheiden muss, ob er bei der Präsidentschaftswahl 2020 für die Demokraten antreten will. In den Umfragen liegt er zum Teil deutlich vor seinen demokratischen Parteikollegen und auch deutlich vor dem Amtsinhaber Donald Trump.