Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat in Albanien den ersten Einsatz außerhalb der Europäischen Union gestartet. 50 Beamte, 16 Einsatzwagen und ein Wagen mit Wärmebildkamera befinden sich nach Frontex-Angaben nun an der albanisch-griechischen Grenze. Sie sollen bei der Durchführung von Grenzkontrollen und der Bekämpfung von Grenzkriminalität unterstützen.

"Grenzschutzbeamte aus ganz Europa werden Schulter an Schulter mit ihren albanischen Kollegen an der Grenze Albaniens zu Griechenland zusammenarbeiten", sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri in Tirana. Den Einsatzauftakt in der albanischen Hauptstadt begleiteten außerdem EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sowie der albanische Regierungschef Edi Rama.

Frontex wurde 2004 gegründet. Die Grenzschutzagentur analysiert Migrationsbewegungen und unterstützt Länder an den Außengrenzen der Europäischen Union, wie Italien oder Griechenland, mit technischer Ausrüstung und Experten beim Grenzmanagement.

Möglich wurde der erste Einsatz im Westbalkan und außerhalb der Europäischen Union nach Angaben von Frontex durch ein Abkommen zwischen Albanien und der EU. Es handele sich um die erste Vereinbarung dieser Art zwischen der Gemeinschaft und einem benachbarten Nicht-EU-Staat. Damit werde eine neue Phase der Zusammenarbeit eingeläutet, hieß es von Frontex. "Wir können mit den vielen Herausforderungen an unseren Grenzen nur effektiv umgehen, wenn wir grenzüberschreitend zusammenarbeiten", sagte Leggeri.

Nach Angaben der Agentur sind ähnliche Vereinbarungen zur Zusammenarbeit bei der Grenzüberwachung mit weiteren Ländern im Westbalkan geplant, darunter Serbien, Bosnien und Herzegowina und Nordmazedonien.