Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Burkina Faso und den Staaten der Regionalorganisation G5 Sahel Unterstützung im Kampf gegen islamistischen Terrorismus und für mehr Stabilität zugesagt. Die Unruhen und die schlechtere Sicherheitslage hätten auch mit der Krise in Libyen und der Entwicklung im Sudan zu tun, sagte Merkel nach einem Treffen mit Staatspräsident Roch Marc Kaboré. Auch angesichts eines Bevölkerungswachstums von drei Prozent stehe Burkina Faso vor großen Herausforderungen. Mali, Niger, Mauretanien und Tschad gehören ebenfalls zur G5-Gruppe.

Kaboré verlangte von Europa eine gemeinsame Haltung zur Lösung der Krise in Libyen. Die libysche Frage müsse dringend gelöst werden, sonst werde sich die Bedrohung noch weiter verschärfen - etwa durch den Waffenschmuggel in die Region.

Deutschland werde Burkina Faso beim Kapazitätsausbau der Polizei und der Gendarmerie helfen und für deren Ausstattung etwa zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen, sagte Merkel. Die Bundesregierung biete auch Beratung durch die Bundeswehr im Umfang von sieben bis zehn Millionen Euro an – erste Verhandlungen dazu seien angelaufen. In der Entwicklungszusammenarbeit werde Deutschland 5,5 Millionen Euro mehr als bislang geplant zur Verfügung stellen, besonders zur Bewältigung des Klimawandels, beim Wassermanagement und der Verbesserung der Bodenqualität. Der G5-Gruppe überweise Deutschland zudem 60 Millionen Euro.

Merkel kündigte außerdem verstärkte Aktivitäten der deutschen Wirtschaft an. Afrika brauche einen selbsttragenden Aufschwung. Die Bundesregierung habe die Absicherung von Investitionen verbessert, so dass mehr privatwirtschaftliche Investitionen möglich seien. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von weniger als 1.000 Dollar pro Person gehört Burkina Faso zu den ärmeren Ländern des afrikanischen Kontinents. Dem hohen Wirtschaftswachstum von sechs Prozent in 2018 steht ein sehr hohes Bevölkerungswachstum von drei Prozent pro Jahr gegenüber. Im Jahr 2015 wurden in dem Land vier Angriffe islamistischer Terroristen registriert, 2018 waren es 160.