US-Präsident Donald Trump hat zugestimmt, die guten Beziehungen zwischen Japan und dem Iran für einen möglichen Dialog zwischen Washington und Teheran zu nutzen. "Ich weiß, dass der Premierminister und Japan eine sehr gute Beziehung zum Iran haben", sagte er während eines Treffens mit Shinzo Abe in Tokio. "Wir werden sehen, was passiert."

Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind seit Wochen extrem angespannt. Die USA haben im Atomstreit mit dem Iran neue Sanktionen verhängt, die die iranische Wirtschaft hart treffen. Ende vergangener Woche kündigte Trump an, weitere 1.500 US-Soldaten in die Region zu entsenden. Zuvor waren bereits ein Flugzeugträger und B-52-Bomber in den Nahen Osten verlegt worden. Geheimdienste hatten von Bedrohungen durch den Iran für Interessen der USA gesprochen, aber kaum Details genannt.

"Wenn sie reden wollen, wollen wir auch reden"

Während seines Besuchs in Japan versuchte Trump indes, Sorgen vor einer militärischen Auseinandersetzung zu zerstreuen und hatte Bereitschaft zum Gespräch mit Teheran signalisiert. "Der Premierminister hat bereits mit mir darüber gesprochen und ich glaube, der Iran will reden. Und wenn sie reden wollen, wollen wir auch reden", sagte der US-Präsident. "Niemand will schreckliche Dinge passieren sehen, insbesondere ich nicht." Der Iran hatte allerdings zuvor mitgeteilt, kein Interesse an einem Gespräch mit der US-Führung zu haben. 

Der Präsident ist seit Samstag zu einem viertägigen Staatsbesuch in Japan. Am Montag traf er zunächst mit Kaiser Naruhito zusammen. Naruhito und seine Frau Masako empfingen Trump und First Lady Melania am Kaiserpalast in Tokio. Es gab eine Willkommenszeremonie für den Staatsgast aus Washington: Trump nahm auf einem kleinen Podest kurz Haltung ein, ehe er auf den roten Teppich schritt und dabei eine Ehrengarde in Augenschein nahm. Der US-Präsident ist im Palast zudem Ehrengast bei einem kaiserlichen Bankett, das Naruhito ausrichten sollte.

Hoffen auf ein Ende des Zollstreits

Trump ist das erste Staatsoberhaupt, das mit Naruhito zusammenkommt. Dieser hatte nach der Abdankung seines Vaters Akihito am 1. Mai den Thron bestiegen. Naruhitos Ära gilt als die Reiwa-Ära, was als "schöne Harmonie" übersetzt wird. 

Die Einladung an Trump ging von Abe aus und sollte ein freundschaftliches Zeichen senden – auch und vor allem, um den Handelsstreit zwischen den beiden Ländern zu beenden. So hatte Trump damit gedroht, die Zölle auf Einfuhren der japanischen Autoindustrie in den USA zu erhöhen.