Die Bundeswehr hat den Ausbildungsbetrieb für Streitkräfte im Irak ausgesetzt. Das bestätigte das Bundesverteidigungsministerium ZEIT ONLINE. Es gebe keinen konkreten Anlass für diesen Schritt, allerdings sei die Aufmerksamkeit in der Region grundsätzlich erhöht, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Die Sicherheit stehe an erster Stelle, deshalb pausiere der Ausbildungsbetrieb derzeit.

Nach Angaben des Ministeriums wurde die Entscheidung im Einvernehmen mit den Partnern der Anti-IS-Koalition zu Beginn der Woche getroffen. "Die Bundeswehr hat wie die anderen Partnernationen auch den Ausbildungseinsatz zwischenzeitlich eingestellt", teilte das Ministerium mit. Das weitere Vorgehen werde nun jede Woche entsprechend der Entwicklung der Lage neu bewertet, hieß es. An diesem Mittwoch seien auch die Verteidigungspolitiker und -politikerinnen des Bundestages informiert worden.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Einsatz gegen die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) in Syrien und im Irak beteiligt. Etwa 160 deutsche Soldaten sind derzeit im Irak stationiert, von denen rund 60 an der Ausbildung von Soldaten der irakischen Armee in Tadschi nördlich von Bagdad beteiligt sind. Rund 100 Soldaten befinden sich im Norden Iraks.

USA versetzen Truppen in Alarmbereitschaft

Wegen des Konflikts mit dem Iran hatte das US-Militär am Dienstag die Alarmbereitschaft für im Irak und in Syrien stationierte Truppenteile im Anti-Terror-Einsatz erhöht. Kurz danach hatte das Außenministerium in Washington angewiesen, dass diplomatische Beamtinnen und Beamte, die nicht unbedingt vor Ort gebraucht werden, den Irak umgehend verlassen sollen. Es bestehe der Verdacht einer Bedrohung durch "USA-feindliche konfessionelle Milizen".

Iran-Konflikt - USA ziehen Beamte aus Botschaft im Irak ab Die US-Truppen im Irak befinden sich in Alarmbereitschaft. Das Militär vermutet eine Bedrohung durch Kräfte, die vom Iran unterstützt werden. © Foto: picture alliance/Ting Shen/XinHua/dpa

Im Mai 2018 hatte US-Präsident Donald Trump das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und Sanktionen gegen das Land verhängt. In der vergangenen Woche kündigte die iranische Regierung ihrerseits an, bestimmte Vorgaben des Vertrags – unter anderem zur Anreicherung von Uran – nicht weiter einzuhalten. Kurz zuvor hatte die US-Regierung bekanntgegeben, dass ein Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Region verlegt würden. Mit diesem Schritt reagierten die USA dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton zufolge auf "beunruhigende und eskalierende Anzeichen und Warnungen". Nachdem jemenitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, kürzlich mit Drohnen eine Ölpipeline in Saudi-Arabien angegriffen hatten, warnte Bolton: Die USA würden mit "unerbittlicher Härte" auf jeden Angriff des Landes oder seiner Verbündeten reagieren.