Im Streit mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump dem Land am Persischen Golf mit dessen Zerstörung gedroht. "Wenn der Iran kämpfen will, dann wird das das offizielle Ende des Iran. Drohe nie wieder den Vereinigten Staaten", schrieb der US-Präsident am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Im Regierungsviertel von Bagdad, der Hauptstadt des Irak, war zuvor eine Rakete explodiert. Dafür machte Trump offenbar die iranische Regierung verantwortlich. Die staatliche Nachrichtenagentur des Irak berichtete, eine Katjuscha-Rakete sei in der Grünen Zone eingeschlagen. Dabei sei niemand verletzt worden. In der streng bewachten Zone befinden sich die Regierungszentrale und die US-Botschaft. Die US-Regierung hatte in der vergangenen Woche Staatsbedienstete in ihrer Botschaft in Bagdad angewiesen, sofort aus dem Irak auszureisen.

Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden hatte sich zuvor kämpferisch geäußert. Zwar wollten der Iran und seine Garden keinen Krieg, betonte Hussein Salami nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Allerdings fürchteten sie sich auch nicht davor, fügte er hinzu. Die US-Truppen hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod, und ein solcher Gegner sei "leicht zu besiegen". 

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. International wuchs die Sorge um eine Eskalation am Golf. Das US-Verteidigungsministerium hatte Anfang Mai unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt und damit begründet, es gebe Hinweise auf mögliche iranische Angriffe gegen US-Truppen. Die US-Regierung warf dem Iran und seinen Verbündeten außerdem vor, Anschläge auf Öltanker und Ölanlagen in der Golfregion verübt zu haben. US-Präsident Trump beschuldigt die iranische Regierung, so Unruhe in der Region zu schüren und Terrorismus zu unterstützen. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf den USA vor, die Angriffe auf Öltanker zu nutzen, um einen größeren Konflikt in der Region zu provozieren. 

Im Zentrum des Konflikts steht das Atomprogramm, das den Verzicht auf Sanktionen im Gegenzug zu Kontrollen iranischer Atomanlagen vorsieht. Die USA hatten das Abkommen vor etwa einem Jahr aufgekündigt und Sanktionen gegen den Iran eingesetzt. Die iranische Regierung hatte Anfang Mai mitgeteilt, nach Ablauf einer 60-Tages-Frist den Ausstieg einzuleiten, falls die Vereinbarungen nicht eingehalten und die Sanktionen nicht aufgehoben würden.

Die Vertragspartner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China wollen an dem Abkommen festhalten. Die Länder haben jedoch nicht verhindern können, dass sich viele Unternehmen aus Angst vor den US-Sanktionen aus dem Iran zurückgezogen haben. Die iranische Wirtschaft befindet sich daher seit vergangenem Jahr in einer Krise.