Einer der Anführer der baskischen Untergrundorganisation Eta ist in Frankreich gefasst worden. Wie das spanische Innenministerium bestätigte, wurde der 68-jährige Josu Ternera in den frühen Morgenstunden in Sallanches in den französischen Alpen festgesetzt. Er war mehrere Jahre auf der Flucht vor den Behörden. An der Aktion seien Polizisten aus Spanien und Frankreich beteiligt gewesen.  

Ternera, der eigentlich Jose Antonio Urrutikoetxea Bengoetxea heißt, war der politische Chef der Gruppierung, die 1959 gegründet worden war. Die Eta – auf baskisch Euskadi Ta Askatasuna, was übersetzt "Baskenland und Freiheit" bedeutet – war eine separatistische Organisation. Ursprünglich war sie als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur entstanden. Die Eta kämpfte für ein unabhängiges Baskenland und setzte dazu gewaltsame Mittel ein: Über den Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten wurden zahlreiche terroristische Anschläge verübt – die Organisation ist für den Tod von rund 830 Menschen in Nordspanien und Südfrankreich verantwortlich. Die USA und die EU stuften die Eta als Terrororganisation ein.

Im Jahr 2011 verkündete die Eta das Ende ihres bewaffneten Kampfes. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen ab, im Mai 2018 erklärte sie ihre endgültige Auflösung. Die spanische Regierung in Madrid hatte eine Straffreiheit für Mitglieder der Eta abgelehnt

Ternera war, nachdem er mehrfach im Gefängnis saß, zwischen 1998 und 2002 Abgeordneter im Parlament der Autonomen Region des Baskenlandes im Norden Spaniens. Als ein Gericht beschloss, seine Verbindungen zu einem Anschlag auf eine Kaserne in Saragossa zu untersuchen, bei dem 1987 zwölf Menschen getötet wurden, war Ternera vor 17 Jahren untergetaucht.