Die Sozialdemokraten haben ersten Prognosen zufolge die Europawahl in den Niederlanden gewonnen. Wie der Fernsehsender NOS unter Berufung auf Nachwahlbefragungen des Instituts Ipsos berichtete, gehen mit etwa 18 Prozent voraussichtlich fünf der 26 niederländischen Sitze im Europaparlament an die PvdA des sozialdemokratischen Spitzenkandidaten Frans Timmermans. Die rechtsliberale VVD von Ministerpräsident Mark Rutte kann demnach mit vier Sitzen rechnen.

Die rechtspopulistische Partei für die Freiheit büßte neun Prozentpunkte ein und erhält nur noch einen Sitz. Sie gehört zur neu geplanten rechten Allianz um die Lega-Partei des italienischen Innenministers Mateo Salvini. Das erstmals angetretene rechtspopulistische Forum für Demokratie, das nicht dazugehört, kam dagegen auf elf Prozent und könnte drei Sitze erhalten.

In den Umfragen vor der Wahl hatte das erst 2017 gegründete Forum für Demokratie von Thierry Baudet noch in Führung gelegen. Die Meinungsforscher hatten ihr fünf Sitze im Europaparlament vorausgesagt – und damit genauso viele oder sogar noch mehr als Ruttes Liberale.

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Die Europawahl hatte am Donnerstag mit den Abstimmungen in Großbritannien und den Niederlanden begonnen. In beiden Ländern wurden – wie in anderen EU-Staaten – deutliche Zuwächse für die Rechtspopulisten und EU-Gegner erwartet. Offizielle Wahlergebnisse dürfen erst nach Ende der viertägigen Europawahl in allen 28 Mitgliedstaaten am Sonntagabend veröffentlicht werden.

In den 28 Mitgliedstaaten sind insgesamt 427 Millionen Bürger aufgerufen, die 751 Abgeordneten des Europaparlaments zu bestimmen. Auf Großbritannien und die Niederlande folgen am Freitag die Abstimmungen in Tschechien und Irland und am Samstag in Lettland, Malta und der Slowakei. In Deutschland wird wie in den meisten EU-Ländern erst am Sonntag gewählt.