Der von den regierenden Sozialdemokraten unterstützte Stevo Pendarovski hat die Präsidentschaftswahl in Nordmazedonien gewonnen. Bei der Stichwahl setzte sich der 56-Jährige mit 51,8 Prozent der Stimmen durch, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Die von der nationalistischen Oppositionspartei VMRO-DPMNE unterstützte Universitätsprofessorin Gordana Siljanovska-Davkova erreichte 44,5 Prozent der Stimmen. Die restlichen Stimmen waren ungültig.

In der erste Runde am 21. April mit drei Kandidaten bekamen beide etwa 42 Prozent. Die erforderliche Wahlbeteiligung wurde dem Chef der staatlichen Wahlkommission zufolge erreicht.

"Ich werde ein Präsident für alle Bürger sein, egal für wen sie gewählt haben", sagte Pendarovski vor jubelnden Anhängerinnen und Anhängern in der Parteizentrale der Sozialdemokraten in Skopje. Der Jurist und Politologe wird damit die Nachfolge des mit der VMRO-DPMNE verbundenen Gjorge Ivanov antreten. Nach zwei Amtsperioden konnte dieser nicht erneut kandidieren. Pendarovski war zuletzt Koordinator für den bevorstehenden Nato-Beitritt seines Landes.

Testwahl für regierende Sozialdemokraten

Das höchste Staatsamt hat in dem kleinen Balkanland nur repräsentativen Charakter. Dennoch galt die Abstimmung als Testwahl für die Regierung des Ministerpräsidenten Zoran Zaev, nachdem sich die frühere jugoslawische Republik Mazedonien erst im Februar in Nordmazedonien umbenannt hatte.

Im Zentrum des Wahlkampfs stand die Vereinbarung mit Griechenland, dass das ehemalige Mazedonien seinen Namen ändert, um in die Nato und möglicherweise auch in die Europäische Union aufgenommen zu werden. Der 55-jährige Pendarovski ist dafür. Seine 63-jährige Gegnerin sagte hingegen, sie werde den neuen Landesnamen in offizieller Funktion respektieren, persönlich aber nicht benutzen und werde ihr Bestes tun, um zu zeigen, dass es schwere Probleme mit der Vereinbarung mit Griechenland gebe.

Die Regierung in Athen hatte seit der Unabhängigkeit Mazedoniens vor 27 Jahren darauf bestanden, dass der nördliche Nachbar seinen Namen ändert, weil eine Region im Norden Griechenlands genauso heißt und Gebietsansprüche befürchtet wurden. Als EU- und Nato-Mitglied konnte Griechenland mit seinem Veto jede Annäherung Mazedoniens an die westlichen Bündnisse blockieren. Inzwischen ist der Beitritt Nordmazedoniens zur Nato eingeleitet worden.