Bei der Präsidentschaftswahl in Panama gibt es einen Sieger: 33,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben dem sozialdemokratischen Kandidaten Laurentino Cortizo ihre Stimme. Das Wahlgericht in Panama-Stadt erklärte ihn nach Ortszeit am Sonntagabend zum Wahlsieger. Der 66-jährige Ex-Minister Cortizo war für die Demokratisch-Revolutionäre Partei angetreten.

Nach Auszählung von mehr als 92 Prozent der abgegebenen Stimmen lag der frühere Außenminister Rómulo Roux mit rund 31 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. Roux kandidierte für die konservative Partei Demokratischer Wandel. Der unabhängige Kandidat Ricardo Lombana erreichte mit 19 Prozent der Wählerstimmen Platz drei.

Korruption ist in Panama ein großes Problem

In Panama wird der Präsident für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Cortizo folgt auf Juan Carlos Varela. Dessen Beliebtheitswerte waren zuletzt wegen schwächerer Wirtschaft, steigender Lebenshaltungskosten und Korruptionsskandalen zurückgegangen. Seit der Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers hat der Staat in Zentralamerika den Ruf einer Steueroase. In den Dokumenten tauchten die Namen von Prominenten, Politikern und Sportlern auf, die Vermögen vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Die Veröffentlichungen führten zu weltweiten Ermittlungen und Debatten über Geldwäsche und Steuervermeidung.

Vor der Wahl hatte Cortizo den 2,7 Millionen Wahlberechtigten versprochen, die grassierende Korruption in Panama zu bekämpfen. Dazu solle unter anderem das Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge angepasst werden. Auch der Panamakanal könnte während Cortizos Präsidentschaft eine wichtige Rolle spielen: Schätzungen zufolge verlaufen rund fünf Prozent des weltweiten Handelsverkehrs per Schiff durch diesen Kanal. Vor allem die USA und China versuchen, ihren Einfluss am Panamakanal auszuweiten. Seit 1999 verfügt Panama über die Hoheit über die strategisch wichtige Wasserstraße.

Neben dem Präsidenten wählten die Bewohnerinnen und Bewohner Panamas auch die 71 Mitglieder des Parlaments. Nach der vorläufigen Auszählung wird keine Partei über eine absolute Mehrheit der Abgeordneten verfügen. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlbehörden bei 73 Prozent.