Die USA beschuldigen den Iran, durch Angriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf den Ölpreis in die Höhe treiben zu wollen. Bei laut US-Regierung "Sabotageakten" waren Mitte Mai vor der Golfküste der Emirate Schiffe beschädigt worden, konkret zwei Öltanker aus Saudi-Arabien sowie zwei weitere Schiffe aus den Emiraten und Norwegen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

US-Sicherheitsberater John Bolton hatte den Iran der Angriffe bezichtigt. Die Regierung in Teheran wies die Vorwürfe zurück. US-Außenminister Mike Pompeo kündigte nun an, Bolton werde den Vereinten Nationen kommende Woche Beweise dafür vorlegen, dass der Iran verantwortlich ist.

Der Vorfall hatte die Spannungen in der Region weiter verschärft. Die USA verstärkten mit dem Hinweis auf eine Bedrohung durch den Iran ihr Militär in der Golfregion und schickten 1.500 Soldaten zusätzlich in den Nahen Osten. Präsident Donald Trump will den Iran mit seiner Strategie des "maximalen Drucks" zu neuen Verhandlungen über sein Atomprogramm und seine Regionalpolitik zwingen. Iran lehnt Gespräche aber ab.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten forderten den Iran auf, die Souveränität arabischer Staaten zu achten. "Der Iran sollte (...) aufhören, sich in die Angelegenheiten von Ländern einzumischen, denn dies bedroht die Sicherheit und Stabilität in der Region", hieß es in einer Abschlusserklärung nach zwei Krisengipfeln des Golf-Kooperationsrats (GCC) und der Arabischen Liga in Mekka. Die Sicherheit der Golfstaaten sei "eine Säule der regionalen Stabilität". Saudi-Arabiens König Salman forderte die internationale Gemeinschaft auf, die "zerstörerischen Aktivitäten" des Iran zu stoppen. 

Krisengipfel in Mekka

Debattiert wurde auf den Krisengipfeln vor allem über "iranische Aggressionen" im Nahen Osten. Die Gipfel galten als Versuch des Königreiches Saudi-Arabien, die anderen Länder der Region gegen den Iran in Stellung zu bringen. Dem GCC gehören sechs Staaten der Arabischen Halbinsel an. Die Arabische Liga zählt mehr als 20 Mitglieder aus der Region. Beide Organisationen werden von Saudi-Arabien dominiert.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten werfen dem Rivalen Iran vor, im Nahen Osten Unruhe zu stiften, und machen ihn für zahlreiche Angriffe verantwortlich, darunter auch für die vermeintlichen Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate.