US-Außenminister Mike Pompeo und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich in außenpolitischen Streitfragen angenähert. Putin sprach nach dem Treffen mit Pompeo in Sotschi von einer glaubwürdigen Annäherung der beiden Länder. "Ich hatte den Eindruck, dass es im gegenseitigen Interesse ist, die russisch-amerikanischen Beziehungen wieder vollständig herzustellen", sagte Putin. Er könne sich Ende Juni ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump vorstellen.

Pompeo sagte nach dem Treffen mit Putin, man habe sich auf einen Weg geeinigt, um die festgefahrene Suche nach einer politischen Lösung in Syrien wieder voranzubringen. Beide Seiten unterstützen demnach die Einrichtung eines Komitees, das einen Entwurf für eine syrische Nachkriegsverfassung vorlegen soll. Hier hatte es bisher stets Konflikte um die Zusammensetzung des Gremiums gegeben. Nun sagte der Außenminister, er hoffe zumindest den ersten Schritt der Bildung eines Komitees zu erreichen.

Auch bei den Atomverhandlungen mit Nordkorea verfolgen Russland und die USA nach Einschätzung von Pompeo dieselben Ziele. "Ich hoffe, dass wir Wege zur Zusammenarbeit finden können", sagte Pompeo. Putin verstehe, dass Washington die Führung übernehme, fügte er hinzu. Es gebe aber Bereiche, bei denen eine Zusammenarbeit möglich sei.

Friedliche Lösung für Venezuela und den Iran

Zuvor hatten sich Außenminister Sergej Lawrow und Pompeo zu einem dreistündigen Gespräch über internationale Konflikte getroffen. Sie betonten ihr Bemühen, die Beziehungen zwischen den USA und Russland zu verbessern. Mit Blick auf die US-Wahl im kommenden Jahr warnte Pompeo die Russen vor einer Einmischung. Das könne die Beziehungen wieder verschlechtern.  

Lawrow und Pompeo sprachen sich für eine nicht militärische Lösung im Machtkampf in Venezuela und im Streit um das Atomabkommen mit dem Iran aus. Pompeo sagte, dass sein Land keinen Krieg gegen den Iran wolle. Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren. Russland kritisiert, dass die USA das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt haben, und will das Abkommen mit Unterstützung der EU und Chinas erhalten.

In Bezug auf Venezuela forderte Pompeo Russland auf, die Unterstützung für Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro aufzugeben. Es sei an der Zeit, dass Maduro seinen Posten räume, es müsse freie und faire Wahlen ohne Einmischung von außen geben, sagte Pompeo. Lawrow betonte hingegen, der Ausweg aus der Krise könne nur ein innenpolitischer Dialog sein. Eine Intervention durch die USA habe nichts mit demokratischem Recht zu tun, sagte er. Ein Wechsel könne nicht mit Gewalt erreicht werden.   

In der Ukraine stört sich Russland am US-amerikanischen Einfluss auf die Politik der Ex-Sowjetrepublik. Einer der wichtigsten Streitpunkte ist das Schicksal der im November vor der Meeresenge von Kertsch festgenommenen ukrainischen Matrosen durch Russland. Pompeo forderte die Freilassung der Männer. Moskau solle auch der neuen Führung in der Ukraine entgegenkommen, sagte Pompeo.