SudansMilitär hat die Verhandlungen mit der Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung für drei Tage ausgesetzt. Man fordere, dass die Demonstranten die Straßenblockaden in der Hauptstadt Khartum außerhalb eines bestimmten Gebiets beseitigen, sagte der Anführer des militärischen Übergangsrats, Abdel Fattah Burhan, in der Nacht zum Donnerstag.

Sudanesische Oppositionsführer kritisierten die einseitige Aussetzung der Verhandlungen. Dieser Schritt sei "unglücklich" und "respektiere den bei den Verhandlungen erzielten Fortschritt" nicht, teilte die Gewerkschaft SPA. Die SPA hatte die Proteste gegen den langjährigen Machthaber Omar al-Baschir angeführt.

Al-Baschir war im April nach monatelangen Massenprotesten vom Militär gestürzt worden. Seitdem ringen Streitkräfte und Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Zuletzt hatten sich beide Seiten auf eine dreijährige Übergangsphase geeinigt, die zu freien Wahlen führen soll. Ein geplanter Legislativrat soll zu zwei Dritteln von der Opposition besetzt werden.

Die Proteste gehen nach dem Putsch weiter. Viele Demonstranten befürchten, dass das Militär auch nach al-Baschirs Sturz die Macht behält und fordern eine überwiegend zivile Übergangsregierung. Das Militär will dagegen sicherheitsrelevante Ministerien wie Inneres und Verteidigung kontrollieren.

Am Montag wurden bei Protesten einem Ärzteverband zufolge sechs Demonstranten getötet. Das Militär machte dafür unbekannte Gruppen verantwortlich, die Opposition dagegen das Militär. Die US-Botschaft in Khartum teilte mit, die Angriffe seien "klar das Ergebnis des militärischen Übergangsrats, der seinen Willen gegen die Demonstranten durchsetzen wollte, indem er die Straßenblockaden beseitigt".