Die britische Premierministerin Theresa May will im Juni einen neuen Versuch unternehmen, ihren Brexit-Vertrag durch das Parlament zu bekommen. Nach Angaben ihres Regierungsbüros habe May den Vorsitzenden der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, bereits über dieses Vorhaben informiert. Demnach soll das Votum in der Woche ab dem 3. Juni abgehalten werden. 

Diesmal will May das Parlament jedoch nicht über den Austrittsvertrag direkt, sondern über ein Gesetz zum EU-Austrittsabkommen abstimmen lassen. Das Gesetz ist notwendig, um das Abkommen im britischen Recht wirksam zu machen. Mit Verabschiedung des Gesetzes könnte auch gleichzeitig die Notwendigkeit für eine separate Zustimmung zum Brexit-Abkommen aufgehoben werden. Eine vierte Abstimmung zum Deal wäre dann nicht mehr notwendig, vorausgesetzt May bekommt eine Mehrheit.

Wie May es diesmal schaffen will, eine Mehrheit zu bekommen, ist unklar. Die Premierministerin hatte bereits ihren Rücktritt in Aussicht gestellt, wenn die Abgeordneten ihrem Abkommen zustimmen. Ihre Regierung verhandelt derzeit mit Labour, um einen Kompromiss zu finden. Allerdings gibt es dabei nur zögerliche Fortschritte. Aus den Reihen von Mays Konservativer Partei gab es wiederholt Forderungen, die Gespräche zu beenden.

Mays mit der EU ausgehandelte Brexit-Deal ist schon dreimal im Unterhaus durchgefallen. Der ursprünglich für den 29. März vorgesehene Brexit musste deshalb verschoben werden. Die Frist wurde inzwischen bis zum 31. Oktober verlängert und Großbritannien muss an der Wahl des Europäischen Parlaments Ende Mai teilnehmen. Mays Sprecher James Slack sagte, es sei "unerlässlich", dass das Parlament vor der Sommerpause Ende Juli grünes Licht gebe. In der ersten Juni-Woche kommt auch US-Präsident Donald Trump zum Staatsbesuch nach Großbritannien.