Mexiko und drei weitere Länder Lateinamerikas wollen mit einem Entwicklungsprogramm die massenhafte Einwanderung in die USA stoppen. Künftig solle gemeinsam mit den Vereinigten Staaten mehr in Bildung, Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung in der Region investiert werden als in die militärische Zusammenarbeit, sagte der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador bei der Vorstellung des Plans.

Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hat das Konzept im Auftrag von Mexiko, Honduras, Guatemala und El Salvador entworfen. Das 30 Punkte umfassende Programm soll nun den USA, Kanada, der EU und Japan vorgestellt werden. Ein neues Büro soll finanzielle Hilfen einsammeln und verteilten.

Über den sogenannten Plan Mérida unterstützen die USA bislang Mexiko mit hohen Millionenbeträgen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. "Wir wollen keine Kooperation mehr, um Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Wir wollen keinen Plan Mérida, wir wollen keine Kampfhubschrauber", sagte López Obrador. "Wir wollen Zusammenarbeit für mehr Entwicklung". "Wir wollen, dass die Menschen in ihren Heimatländern Job- und Entwicklungsmöglichkeiten finden", ergänzte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard.

Auf der Flucht vor Gewalt und Armut verlassen jedes Jahr Hunderttausende Menschen die Region und versuchen, in die USA zu gelangen. Allein im April wurden an der Grenze zwischen Mexiko und den USA 109.144 Migranten ohne die notwendigen Einreisepapiere festgesetzt. US-Präsident Donald Trump will an der Grenze eine Mauer errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen.