US-Justizminister William Barr will offenbar den Auftakt der Russland-Ermittlungen überprüfen lassen. Das Berichten die New York Times und die Washington Post unter Berufung auf informierte Personen. Demnach soll ermittelt werden, ob das Team von Sonderermittler Robert Mueller beim Sammeln von Informationen über die Präsidentschaftskampagne von Donald Trump "rechtmäßig und angemessen" vorgegangen ist.

Barr hatte im April Zweifel daran geäußert, ob das "Spionieren" des FBI in Trumps Wahlkampf gut begründet gewesen sei. Mit der Prüfung hat der Justizminister den Berichten zufolge den Staatsanwalt John Durham aus Connecticut beauftragt.

Trump hat die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Absprachen seines Wahlkampfteams mit Vertretern Russlands immer infrage gestellt und mehrfach von einer "Hexenjagd" gesprochen. Der im Mai 2017 vom US-Justizministerium ernannte Sonderermittler Robert Mueller hatte fast zwei Jahre lang untersucht, ob es geheime Absprachen gab und ob Trump mit der Entlassung des damaligen FBI-Chefs James Comey die Justiz behinderte. Ende März legte Mueller seinen Abschlussbericht vor, der bislang allerdings nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht wurde.

Während des Wahlkampfes 2016 war unter anderem das Wahlkampfteam von Trumps demokratischer Rivalin Hillary Clinton Ziel von Hackerangriffen gewesen. Diese Angriffe gingen nach Angaben der US-Justiz von Russland aus.