US-Militär - USA verlegen Kampfverbände in Nahen Osten Die USA schicken einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten. Anlass seien die Spannungen mit dem Iran, sagte US-Sicherheitsberater John Bolton. © Foto: US Navy/REUTERS

Der Streit zwischen den USA und dem Iran nimmt neue Dimensionen an. Die Vereinigten Staaten haben jetzt angekündigt, als militärische Warnung an das iranische Regime Streitkräfte in den Nahen Osten zu verlegen. Sie entsenden den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel, wie der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, mitteilte. Den genauen Ort der Stationierung ließ er offen. Bolton sprach von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando Centcom zuständig ist. Dieses Gebiet reicht von Syrien im Westen bis Pakistan im Osten.

Mit dem Schritt reagieren die USA Bolton zufolge auf "beunruhigende und eskalierende Anzeichen und Warnungen". Was genau er damit meint, sagte der Nationale Sicherheitsberater nicht. Die Regierung unter US-Präsident Trump wolle eine "klare und unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime senden, dass jedem Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder auf die ihrer Verbündeten mit unerbittlicher Kraft begegnet wird".

Die USA wollten zwar "keinen Krieg mit dem iranischen Regime", heißt es in der Stellungnahme Boltons. Er bekräftigte aber: "Wir sind voll und ganz bereit, auf jeden Angriff zu reagieren, ob er von Stellvertretern, den iranischen Revolutionsgarden oder den regulären iranischen Streitkräften vorgetragen wird."

Gefahr militärischer Auseinandersetzung

Die USA haben sich Ende vergangenen Jahres aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen. Zeitgleich ließen sie alte Sanktionen wieder aufleben und verhängten dazu noch neue. Derzeit steht der Iran unter den umfangreichsten Sanktionen seiner Geschichte. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus dem Iran – für die größten Bezieher wie China und Indien – wurden vor wenigen Tagen aufgehoben.

Expertinnen und Experten befürchten, dass der Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

Die USA werfen dem Iran einige aggressive Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als Usurpator betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die USA iranische Interessen.