Im Iran sind nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros zwei 17-jährige Jungen ohne fairen Prozess hingerichtet worden. Den Teenagern sei Raub und Vergewaltigung vorgeworfen worden, sagte UN-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet in Genf. Einer der beiden habe eine Sonderschule besucht, die Gerichte hätten seinen mentalen Zustand aber nicht geprüft. "Ich bin entsetzt", sagte Bachelet. Sie verwies darauf, dass die Hinrichtung von Kindern nach internationalem Recht verboten ist.

Die beiden Jungen wurden den Angaben nach im Alter von 15 Jahren festgenommen, erst zwei Jahre später seien sie wegen Vergewaltigung und Raubes angeklagt worden. Sie hätten über Misshandlungen durch Polizisten berichtet und ausgesagt, zu falschen Geständnissen gezwungen worden zu sein. Weder sie selbst, ihre Anwälte noch ihre Eltern seien vorab über die Hinrichtung am 25. April in Schiras im Süden des Landes informiert worden.

Vor der Vollstreckung des Todesurteils wurden die Teenager der UN zufolge ausgepeitscht. Auch das sei nach internationalem Recht verboten, sagte Bachelet. Die Tat komme Folter gleich.

Exekution von Minderjährigen auch in Saudi-Arabien

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef berichtete zugleich, in Saudi-Arabien seien ebenfalls drei Minderjährige hingerichtet worden. Das Urteil sei am 23. April vollstreckt worden. "Das ist ein klarer Verstoß gegen Kinderrechte", teilte Unicef mit. Weitere Einzelheiten zu den Fällen nannte die Organisation nicht. 

Ebenfalls am 23. April hatte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das saudische Innenministerium berichtet, dass 37 Menschen nach Terrorismusvorwürfen hingerichtet worden seien – darunter auch ein 16-Jähriger. Die saudischen Staatsbürger sollen unter anderem Terrorgruppen aufgebaut, Sicherheitskräfte angegriffen und terroristische Ideologie angenommen haben. Den Angaben nach wurde einer der Verurteilten gekreuzigt.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge lagen der Iran und Saudi-Arabien bei der Zahl der Hinrichtungen im vergangenen Jahr an dritter Stelle hinter China. Im Iran wurden demnach 253 Menschen hingerichtet, in Saudi-Arabien 149. Allerdings veröffentlicht China keine offiziellen Zahlen. Amnesty schätzt aber, dass in dem Land Tausende Menschen hingerichtet wurden – mehr als im Rest der Welt zusammengenommen.