Die Vereinten Nationen (UN) haben eine neue Software vorgestellt, mit der potenziell gefährliche Rückkehrer aus bislang vom "Islamischen Staat" (IS) kontrollierte Gebiete besser überwacht werden sollen. Solche Extremisten, die nun aus dem Nahen Osten in ihre jeweiligen Heimatländer nach Hause zurückkehren wollen, stellten eine große transnationale Bedrohung dar, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Viele sind gut ausgebildet und könnten künftige Terroranschläge ausüben. Andere hoffen darauf, zu radikalisieren und neue Anhänger zu gewinnen."

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge hatten sich etwa 40.000 Menschen aus 110 Ländern in den vergangenen Jahren dem Kampf des IS in Syrien und dem Irak angeschlossen. Sicherheitsbehörden befürchten, dass die Kämpfer nach der militärischen Niederlage nun den Kampf in ihrer Heimat fortführen und die IS-Ideologie verbreiten wollen.

Mit der Software mit dem Namen "goTravel" wollen die Vereinten Nationen nun sicherstellen, dass die Terroristen identifiziert und gefasst werden können, bevor sie Gewalttaten verüben können. Die Software kann Bewegungsdaten von Personen analysieren und daraus ein Gefährdungspotenzial ableiten. Auch sollen durch sie Informationen schneller mit anderen betroffenen Ländern oder zum Beispiel Interpol geteilt werden.

Das Programm soll vor allem solchen Ländern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, die bislang keine ausreichende Ausstattung zur Verfolgung von Terrorverdächtigen hatten. Irak und Sri Lanka, das an Ostern von schweren Anschlägen erschüttert wurde, sind die ersten Länder, die die Software bereits bestellt haben. Der Islamische Staat hatte die Anschläge in Sri Lanka für sich reklamiert.