Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler ist nach rund zwei Jahren von seinem Amt als UN-Sonderbeauftragter für den Westsahara-Konflikt zurückgetreten. Eine Sprecherin der Vereinten Nationen teilte in New York mit, Köhler habe UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch über seinen Rücktritt informiert. Der Schritt erfolge aus gesundheitlichen Gründen. Guterres bedauere den Entschluss, habe aber volles Verständnis, sagte die Sprecherin. Ihr zufolge bedankte sich Guterres für "unermüdliche und intensive Bemühungen" des 76-Jährigen.

Der Konflikt in dem Gebiet, das zwischen Marokko und Mauretanien am Atlantik liegt, hält seit Jahrzehnten an. Große Teile der rohstoffreichen Region werden seit den Siebzigerjahren von Marokko kontrolliert. Die Befreiungsbewegung Frente Polisario will das ändern und strebt nach Unabhängigkeit für die Region, sie fordert einen Volksentscheid über Selbstbestimmung. Unterstützung erhält sie dabei von Algerien. Marokko will ihr aber bisher nur die Autonomie zugestehen.

Altbundespräsident Köhler übernahm im August 2017 die Aufgaben als UN-Sonderbeauftragter – mit Zustimmung der Konfliktparteien. Im März leitete er noch neue Friedensgespräche. Vor seiner Zeit als Bundespräsident (2004–2010) war der Afrikakenner unter anderem Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).