Der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May haben sich bei Veteranen der alliierten Landung in der Normandie vor 75 Jahren bedankt. "Wenn man von einem Tag sagen kann, dass er das Schicksal künftiger Generationen entschieden hat – in Frankreich, in Großbritannien, in Europa und in der Welt – dann war dieser Tag der 6. Juni 1944", sagte May vor den heute mehr als 90-jährigen Veteranen, die bei der Landung dabei waren. Den Soldaten von damals könne sie nur ein Wort sagen: "Danke."

Auch Macron bedankte sich und sagte, die Soldaten und alle ihre getöteten Kameraden hätten durch ihren Einsatz dafür gesorgt, dass das damals von Deutschland besetzte Frankreich wieder ein freies Land geworden sei.

May und Macron legten den Grundstein für ein neues Denkmal, auf dem die Namen der Tausenden damals getöteten Soldaten verzeichnet werden sollen.

Kurz darauf kam Emmanuel Macron in der Normandie auch mit US-Präsident Donald Trump zusammen. Die beiden Staatschefs trafen sich auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux, wo es 9.380 amerikanische Soldatengräber gibt. An der Begegnung nahmen auch die Ehefrauen Brigitte Macron und Melania Trump teil.  

"Ich sage Danke"

Donald Trump und Emmanuel Macron applaudierten rund 160 Veteranen, die zu der Gedenkfeier gekommen waren. Beide schüttelten zahlreichen der hochbetagten Männer die Hände, die zum Teil in Rollstühlen an der Zeremonie teilnahmen. "Ich sage Danke", so Macron in seiner Ansprache. Die Landung der Alliierten in der Normandie 1944 habe "das Schicksal Europas und der Welt verändert". Macron nahm anschließend fünf Soldaten in die Ehrenlegion auf.

Zudem beschwor Frankreichs Präsident die Verbundenheit seines Landes mit den USA. "Es lebe die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen", sagte der 41-Jährige und wandte sich während seiner Rede auch mehrmals persönlich an Trump. Amerika sei niemals größer gewesen als in der Zeit, als es sich für die Freiheit anderer geschlagen habe. "Wir dürfen niemals aufhören, das Bündnis der freien Völker mit Leben zu erfüllen", sagte Macron. Sein Verhältnis zu Trump gilt als kühl – auch weil der unberechenbare US-Präsident sein Land aus internationalen Abkommen zurückzog.

D-Day - "Bewahrt den Frieden" Vor 75 Jahren landeten Truppen der Alliierten an der französischen Küste und leiteten damit eine Wende im Zweiten Weltkrieg ein. Im Video erinnern sich einige von ihnen. © Foto: LOIC VENANCE/AFP/Getty Images

Auf dem Friedhof in unmittelbarer Nähe des US-Landebereichs Omaha Beach hatten sich rund 12.000 Menschen zu der Gedenkfeier versammelt, wie der Friedhof mitteilte. Er wird von der American Battle Monuments Commission verwaltet, einer öffentlichen US-Einrichtung.

Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, landeten Zehntausende britische, amerikanische und kanadische Truppen an den Stränden der Normandie. Der Tag markiert den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland vom Westen her und leitete das Ende des Zweiten Weltkrieges ein.