Golf von Oman - Zwei Öltanker angegriffen Die Schiffe einer Hamburger und einer norwegischen Reederei sind unter bislang unklaren Umständen angegriffen worden. Die Besatzungsmitglieder konnten evakuiert werden. © Foto: ISNA/AFP/Getty Images

Im Golf von Oman sind zwei Öltanker angegriffen worden. Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf den Öltanker der norwegischen Gesellschaft Frontline Front Altair. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden, teilte die Behörde mit. Es sei von drei Explosionen an Bord berichtet worden, das Schiff brenne. Die Crewmitglieder seien nicht zu Schaden gekommen. Hintergründe seien unklar, man rate norwegischen Schiffen aber, bis auf Weiteres Abstand zu iranischen Fahrwassern zu halten.

Ein weiterer Vorfall betraf den Frachter Kokuka Courageous. 21 Seeleute seien von dem mit Methanol beladenen Schiff gebracht worden, nachdem es bei einem "Sicherheitszwischenfall" in der Nacht beschädigt wurde, teilte die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) mit. Ein Mitglied der Crew sei leicht verletzt worden. Um welche Art von Zwischenfall es sich handelte, wollte ein Sprecher des Unternehmens nicht sagen.

Die US-Kriegsmarine hatte zuvor Notrufe von zwei Schiffen erhalten. Schiffe der Navy seien in der Gegend und leisteten Unterstützung, hieß es. Die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine hatte von einem Zwischenfall berichtet. Auch iranische Medien hatten von einer Explosion berichtet, ein iranisches Schiff habe 44 Seeleute der beiden beschädigten Öltanker aufgenommen, hieß es. Sie seien in einen Hafen des Iran gebracht worden.

Das norwegische Schiff Front Altair sei vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem Torpedo getroffen worden, berichtete die Schifffahrtszeitung Tradewinds unter Berufung auf Branchenkreise. Laut einem anderen Insider könnte das Schiff aber auch von einer Seemine getroffen worden sein. Die Besatzung sei von einem anderen Schiff an Bord genommen worden.

Anrainer der dortigen Meerenge sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der dort im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

Daraufhin waren die Sorgen um eine militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran gewachsen. Die USA hatten den Iran als Urheber des Angriffs beschuldigt und Flugzeugträger sowie eine Bomberstaffel in die Region gesendet sowie Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. Dies hatte die US-Regierung damit begründet, dass es Hinweise auf mögliche iranische Angriffe auf US-Kräfte gebe. Die iranische Führung hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Zuletzt hatte die Regierung in Teheran zudem Teile des Atomabkommens ausgesetzt.