Deutschland soll den Bundeswehreinsatz im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) verlängern. Das haben die USA nach Angaben des Spiegels von der deutschen Bundesregierung gefordert. Die deutschen Tornado-Jets würden mit ihrer Aufklärungstechnik zum Schutz der amerikanischen Soldaten in Nordsyrien dringend gebraucht, begründete es die US-Regierung demnach. 

In einem vertraulichen Brief an den Generalinspekteur der Bundeswehr schrieb der Chef des US-Oberkommandos Centcom, Kenneth McKenzie, die Überwachungsflüge durch Tornado-Jets über Syrien und dem Irak und die Luftbetankung anderer Flugzeuge der Koalition hätten "eine Schlüsselrolle" bei der Schwächung der Terrormiliz des IS gespielt und würden auch weiterhin gebraucht. Eine Kopie des Briefs liegt auch im Kanzleramt vor.

"Für die weiterlaufenden Operationen gegen Extremisten in der Region sind die militärischen Fähigkeiten aller Partner in der Koalition weiterhin dringend nötig", schreibt McKenzie. "Ich fordere deswegen respektvoll Ihre weitere Unterstützung bei der Bereitstellung der Überwachungsflüge, der Luftbetankung und beim Armeetraining im Irak."

McKenzie argumentiert, dass der Kampf gegen den IS noch lange nicht gewonnen sei. "Es braucht immer noch große Anstrengungen, um einen dauerhaften Sieg über die Ideologie des IS zu erreichen", schrieb er. Während des Wiederaufbaus von Syrien und dem Irak werde der IS versuchen, wieder an Stärke zu gewinnen, das gelte es zu verhindern.

Das Mandat für den Bundeswehreinsatz läuft im Oktober aus. Eine Verlängerung der Mission könnte für einen neuen Streit in der großen Koalition sorgen, weil die SPD den Einsatz ablehnt. Schon bei der letzten Verlängerung des Mandats im Sommer 2018 kam nur knapp eine Mehrheit zustande.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus seit 2015 am Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligt. Außenminister Heiko Maas besucht die deutschen Soldatinnen zum Auftakt seiner viertägigen Reise durch die Krisenregion im Nahen und Mittleren Osten. Er landete am Freitagabend auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak, wo die Bundeswehrsoldaten stationiert sind.