Das israelische Militär hat das Küstengebiet des Gazastreifens für palästinensische Fischer gesperrt. Grund seien andauernde Angriffe mit "Ballons und Drachen mit angehängten Brand- oder Sprengsätzen, die seit einigen Tagen vom Gazastreifen in Richtung Israel" aufstiegen, teilte die im Verteidigungsministerium angesiedelte Behörde Cogat mit. 

Kurz darauf feuerten militante Palästinenser nach Angaben des israelischen Militärs eine Rakete auf den Süden Israels ab, die vom Flugabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden sei. Für den Beschuss am frühen Donnerstagmorgen übernahm niemand die Verantwortung. Vermutlich handelte es sich um Vergeltung für die Sperrung der Fischereizone.

Als Reaktion bombardierte die israelische Luftwaffe daraufhin nach eigenen Angaben Bunker der radikalislamischen Hamas in dem Palästinensergebiet. Ziel sei eine "unterirdische Terroreinrichtung" eines Stützpunkts im Süden des Gazastreifens gewesen, teilte die Armee mit.

Wegen der grenzüberschreitenden Gewalt hatte Israel bereits mehrmals die Fischerei vor der Küste des Gazastreifens eingeschränkt. Anfang Juni lockerte die Regierung die Beschränkungen zunächst und weitete das Fanggebiet auf 15 Seemeilen aus. Dieses wurde aber wegen anhaltender Angriffe später wieder auf sechs Seemeilen reduziert. Nach Angaben der israelischen Feuerwehr hatten die mit Brandsätzen bestücken Ballons und Flugdrachen allein am Dienstag sieben Feuer in Israel ausgelöst.

Seit März 2018 protestieren Palästinenser im Gazastreifen jede Woche entlang der Grenze zu Israel gegen die seit zehn Jahren andauernde Blockade des Küstenstreifens, der unter der Kontrolle der radikalislamischen Hamas steht. Fast 300 Palästinenser wurden seitdem getötet, die meisten von ihnen an der Grenze. Im selben Zeitraum wurden dort sechs israelische Soldaten getötet.