Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft sich. Kurz nachdem das Pentagon neue Bilder veröffentlicht hatte, die beweisen sollen, dass der Iran für die Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich ist, gab das US-Verteidigungsministerium bekannt, etwa 1.000 weitere Soldaten zu "Verteidigungszwecken" in die Region zu entsenden. Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan betonte zugleich: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an."

Die jüngsten Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und ihren verbündeten Gruppen, heißt es in der Mitteilung Shanahans weiter. Die zusätzlichen Truppen dienten zum Schutz von US-Soldaten und nationalen Interessen der USA in der Region.

Die USA machen den Iran bereits seit dem Tag der Angriffe verantwortlich. Der norwegische Tanker Front Altair und die Kokuka Courageous aus Japan hatten am Donnerstagmorgen im Golf von Oman Notrufe abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte. US-Präsident Donald Trump wies Iran die Verantwortung zu. In der EU zeichnet sich bisher allerdings keine geschlossene Unterstützung für die Haltung der USA ab. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück.

USA legen neue Fotos zu Öltanker-Angriffen vor

Am Montagabend (Ortszeit) hatten die USA elf Fotos veröffentlicht, die unter anderem die Reste eines Magneten zeigen sollen, mit dem eine Mine an einem der Tanker befestigt worden sein soll. Vor einigen Tagen hatte das Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, bereits ein Video veröffentlicht, auf dem angeblich ein Patrouillenboot der Revolutionsgarden zu sehen sein soll, dessen Besatzungsmitglieder an dem Tanker hantieren. Nach Darstellung der USA entfernten die angeblichen Mitglieder der paramilitärischen Organisation eine nicht explodierte Haftmine vom Rumpf. Bei dem Magneten auf einem der neuen Bilder soll es um denselben, nicht explodierten Sprengsatz gehen. Ein weiteres Bild zeigt nach Pentagon-Angaben das Loch, das eine Haftmine oberhalb der Wasserlinie in den Rumpf eines der Öltanker namens Kokuka Courageous gerissen haben soll.

Das Bild zeigt nach Angaben der USA Überbleibsel nach dem Entfernen des nicht explodierten Sprengsatzes. © US NAVY/Reuters

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft, es gibt Angst vor einem militärischen Konflikt. Bereits im Mai verstärkten die USA ihre Truppen um 1.500 Soldaten. Als Begründung gaben sie die "anhaltende Bedrohung" durch iranische Kräfte an. Zu diesem Zeitpunkt hatten die USA schon einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

Die jüngsten Vorfälle ereigneten sich zudem etwa einen Monat nach mutmaßlichen Sabotageakten gegen vier Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch in diesen Fällen machten die USA den Iran verantwortlich – und dessen Regierung wies dies ebenfalls zurück.

USA mahnen Iran zu Einhaltung

Auch die Spannungen um das von Trump im Mai 2018 einseitig aufgekündigte Atomabkommen mit dem Iran nahmen zuletzt zu. Die iranische Atomenergiebehörde kündigte an, dass das Land noch im Juni die in der Vereinbarung festgelegte Menge von angereichertem Uran überschreiten werde. Damit erhöhte Iran den Druck auf die Europäer, mehr für die Umsetzung der wirtschaftlichen Seite des Atomabkommens zu tun.

Am Montag reagierten die USA auch darauf. "Wir rufen das iranische Regime weiter auf, keine Nuklearwaffen zu entwickeln und seinen Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft nachzukommen", sagte eine Sprecherin des State Departments. Bei der Ankündigung der Islamischen Republik zum Thema Uran handele es sich um "Erpressung".