Ein deutscher Unterstützer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in syrischer Haft hat die Bundesrepublik auf Rückholung verklagt. Die Klage sei beim Berliner Verwaltungsgericht eingegangen, sagte ein Gerichtssprecher. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Zuvor hatte Die Welt berichtet.

In einer Erklärung seiner Anwälte hieß es, die Bundesregierung sei verfassungsrechtlich verpflichtet, den in Nordsyrien inhaftierten Fabian G. zurückzuholen. Sie kritisierten, die Regierung handele aus politischen Motiven nicht. Wegen der politischen Situation in Nordsyrien drohe dem Deutschen die Todesstrafe.

Nach Informationen der Welt war Fabian G. mit seinem jüngeren Bruder im Oktober 2014 von Kassel nach Syrien ausgereist, um sich dem IS anzuschließen. Eine weitere Klage auf Rückholung sei ebenfalls am Berliner Verwaltungsgericht eingegangen, sagte der Sprecher. Darin gehe es um einen deutschen IS-Kämpfer, der im Irak festsitzt.

In Deutschland wird seit längerem über den Umgang mit in Syrien inhaftierten deutschen IS-Kämpfern debattiert. US-Präsident Donald Trump hatte die Europäer aufgefordert, die betroffenen Menschen in Europa vor Gericht zu stellen. Auch gab es Überlegungen in der Großen Koalition, Doppelstaatlern die Staatsangehörigkeit zu entziehen. FDP, Linke und die Grünen wiesen das zurück. Der Umgang mit islamistischen Straftätern sei anspruchsvoll und werde die Strafjustiz hierzulande und vor allem den Strafvollzug vor Herausforderungen stellen. Doch die Bundesregierung müsse sich dieser Verantwortung stellen.