Vertreter der USA und der radikalislamischen Taliban aus Afghanistan sind in Katar zu einer neuen Runde ihrer Friedensgespräche zusammengekommen. Die siebte Verhandlungsrunde sei im Gange, twitterte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid.

Nach Angaben des Taliban-Sprechers fokussiert sich die jüngste Gesprächsrunde auf die Erstellung eines Zeitplans für den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan. Im Gegenzug müssten die Taliban nach US-Auffassung Garantien dafür geben, dass das Land nie wieder Rückzugsgebiet für islamische Extremisten wird, wie dies vor den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA der Fall war.

Die USA streben eine Einigung bis zum 1. September an. Im selben Monat wird in Afghanistan ein neuer Präsident gewählt. Die Verhandlungen in der katarischen Hauptstadt Doha über ein Ende des seit fast 18 Jahren andauernden Afghanistankriegs hatten im Sommer 2018 begonnen. Gespräche mit der Regierung in Kabul lehnen die Taliban weiterhin ab, weil sie die Regierung für nicht legitim halten. Zudem haben Taliban-Funktionäre jüngst erklärt, dass sie keiner Waffenruhe zustimmen würden, bis der Rückzug von Soldaten aus Afghanistan umgesetzt werde.

Überschattet wurde der Verhandlungsauftakt von neuer Gewalt, bei der am Samstagmorgen im Norden Afghanistans mindestens 25 regierungstreue Milizionäre getötet wurden. Hinter dem Angriff in der Provinz Baglan sollen die Taliban stecken.