Bei einem Galadinner im Buckingham-Palast würdigten Queen Elizabeth II. und Donald Trump am Montagabend die engen Beziehungen beider Länder. Das Staatsbankett bei der britischen Monarchin war der Abschluss des ersten Besuchstags des US-Staatschefs in London. Trump sagte im Ballsaal des Königspalastes, Freiheit, Souveränität, Selbstbestimmtheit und Rechtsstaatlichkeit seien geteilte Werte. Die Königin nannte er eine "großartige, großartige Frau", die Würde, Pflichtbewusstsein und Patriotismus verkörpere.

Die Queen lobte in ihrer Ansprache die "enge und langjährige Freundschaft" zwischen den beiden Staaten, mahnte Trump jedoch zugleich ungewöhnlich deutlich zur Wahrung internationaler Institutionen. Großbritannien und die USA hätten gemeinsame Sicherheitsinteressen sowie starke kulturelle und wirtschaftliche Bindungen. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere gemeinsamen Werte und geteilten Interessen uns weiterhin verbinden werden", sagte die 93-Jährige. Angesichts der Opfer des Zweiten Weltkriegs hätten die Länder mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen aufgebaut, um sicherzustellen, dass sich die "Schrecken des Konflikts" nicht wiederholten, sagte die Monarchin. "Obwohl sich die Welt verändert hat, sind wir uns der ursprünglichen Bestimmung dieser Strukturen bewusst: Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren."

Trump begleiteten bei dem Staatsbankett seine Ehefrau Melania und weitere Familienmitglieder, darunter vier seiner fünf Kinder. Am Tisch saßen außerdem 16 Mitglieder der britischen Königsfamilie. Gereicht wurden gedämpfter Heilbutt, Lammrücken sowie Erdbeersablé mit Zitronencreme.

Der US-Präsident war am Morgen mit Salutschüssen am Buckingham-Palast begrüßt worden. Trump und die First Lady Melania besuchten die Westminster Abbey und trafen Prinz Charles und dessen Frau zum Nachmittagstee. Trump schrieb auf Twitter, sein London-Besuch laufe sehr gut. Die Queen und die gesamte Königsfamilie seien "fantastisch" und die Verbindung zu Großbritannien sei sehr stark.

An diesem Dienstag trifft Trump die scheidende Premierministerin Theresa May zu politischen Gesprächen. Es wird damit gerechnet, dass beide versuchen, Unstimmigkeiten hinter sich zu lassen und die Vorteile der Allianz beider Länder zu unterstreichen. "Unsere Beziehung unterstützt seit vielen Jahren die Sicherheit und den Wohlstand unserer Länder und wird dies auch in Zukunft tun", sagte May im Vorfeld des Besuchs.

Proteste vor dem Palast

Neben May kommt der Präsident eventuell auch mit dem früheren britischen Außenminister Boris Johnson und dem Brexit-Hardliner Nigel Farage zusammen. In Interviews hatte Trump zuvor den Brexit-Kurs der britischen Regierung kritisiert und Mays Nachfolger geraten, die Verhandlungen mit der EU notfalls abzubrechen. Für den zweiten Tag des Besuchs wird erneut mit Protesten gerechnet. Wie schon bei Trumps Besuch vor einem Jahr kam es auch am Montag in London zu Protestaktionen. Vor dem Buckingham-Palast demonstrierten Trump-Gegner. Amnesty International hängte an einer Brücke vor der US-Botschaft Protestplakate auf.

Der Besuch des US-Präsidenten ist in Großbritannien umstritten. Oppositionschef Jeremy Corbyn, Parlamentspräsident John Bercow und Londons Bürgermeister Sadiq Khan, mit denen Trump sich kurz vor seinem Besuch noch verbal anlegte hatte, nahmen nicht am Staatsbankett bei der Queen teil. Über Bürgermeister Khan hatte Trump auf Twitter geschrieben, der Labour-Politiker mache als Bürgermeister einen "furchtbaren Job". Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte Trump eine "inakzeptable Einmischung" in die inneren Angelegenheiten Großbritanniens vorgeworfen.

Im Zentrum des Staatsbesuchs steht das Jubiläum des sogenannten D-Days am 6. Juni 1944: Vor 75 Jahren waren im Zweiten Weltkrieg Truppen der Alliierten in der von den Nazis besetzten Normandie gelandet. Am Mittwoch findet aus diesem Anlass eine Zeremonie im südenglischen Portsmouth statt.