Bei einem Überfall auf ein Dorf im Zentrum Malis sind mindestens 95 Zivilisten getötet worden. Etwa 20 Personen werden vermisst, wie die Regierung des westafrikanischen Krisenstaates mitteilte. Bei dem Angriff in der Nacht zum Montag seien auch mehrere Häuser in Brand gesteckt worden. Aus Militärkreisen hieß es, der Angriff habe sich gegen ein Dorf der Volksgruppe der Dogon gerichtet.  

Wer die Angreifer waren, ist bisher nicht bekannt. Im Norden und im Zentrum des Landes sind zahlreiche islamistische Terrorgruppen aktiv. Einige von ihnen gehören der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) an, andere zu Al-Kaida. 

Im Zentrum des Landes verschärfen sich zudem seit einigen Jahren die ethnischen Konflikte zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Landwirtschaft betreiben. Im März waren bei einem Angriff auf ein Dorf der Fulbe im Zentrum des Landes mindestens 130 Menschen getötet worden.

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz Tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz. Sie beteiligt sich mit rund 1.000 Soldaten an einer UN-Friedensmission zur Stabilisierung Malis und einem EU-Ausbildungseinsatz. Mali gehört mit seinen gut 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Staaten der Welt.