Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat bei einem Besuch in der Grenzstadt Tijuana die Einigung mit den USA im Streit um Migration und Zölle gelobt. "Es wird keine Wirtschafts- oder Finanzkrise in Mexiko geben", sagte López Obrador mit Blick auf die abgewandten US-Zölle. "Ich habe Präsident Donald Trump keine geballte Faust entgegengestreckt, sondern eine offene Hand", fügte er hinzu. "Wir sind bereit zu Freundschaft, Dialog und Zusammenarbeit."

Er warnte US-Präsident Donald Trump aber zugleich, dass es nicht ausreiche, wenn nur Mexiko die Grenzsicherung verstärke. Die USA müssten auch in die wirtschaftliche Entwicklung in Mittelamerika investieren, um die Abwanderung aus der Region zu verhindern. "Die Lösung kann nicht nur darin bestehen, die Grenzen zu schließen oder Zwangsmaßnahmen zu ergreifen", sagte der mexikanische Staatschef. "Die einzige Lösung ist es, den Mangel an Möglichkeiten und die Armut zu bekämpfen", sagte López Obrador.

Die USA hatten angedroht, die Zölle für alle aus Mexiko importierten Produkte im Juli auf zehn, im August auf 15, im September auf 20 und im Oktober schließlich auf 25 Prozent anzuheben. Nach tagelangen Verhandlungen zwischen den USA und Mexiko kam es am Freitag zu einer Einigung. Die mexikanische Regierung kündigte am Wochenende an, umgehend rund 6.000 Einsatzkräfte der Nationalgarde an der südlichen Grenze des Landes einzusetzen. Die US-Behörden sollen ab sofort Asylbewerber auf der gesamten Länge der Grenze nach Mexiko zurückschicken können, wo sie auf eine Entscheidung in ihrem Asylverfahren in den USA warten müssen. Zudem sollen mehr Aslysuchende, die sich bereits in den USA befinden, nach Mexiko abgeschoben werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Mexikanerinnen und Mexikaner, sondern um Asylsuchende aus Ländern Zentralamerikas wie Honduras oder Guatemala. Mexiko sagte außerdem ein entschlosseneres Vorgehen gegen Schleuserbanden zu. Am Samstag twitterte Trump, dass Mexiko zugestimmt habe, große Mengen von Agrarprodukten zu kaufen. In den öffentlichen Verlautbarungen war dieser Passus nicht enthalten gewesen.

"Wir haben nicht alles erreicht, aber wir haben es geschafft, dass die mexikanischen Produkte nicht mit Strafzöllen belegt werden, und wir haben unsere Würde behalten", sagte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard.