Der Einsatz von Sicherheitskräften der Vereinten Nationen in der Region Darfur im Westen des Sudans wird fortgesetzt. Der UN-Sicherheitsrat entschied sich einstimmig dafür, den ursprünglich geplanten Abzug der Soldaten zu stoppen.  

Die Afrikanische Union und die Vereinten Nationen betreiben in der Region Darfur die gemeinsamen Friedensmission Unamid. Seit 2007 sind die Truppen vor Ort, die in erster Linie für den Schutz von Zivilisten sorgen soll. Das aktuelle Mandat wurde bis zum 31. Oktober verlängert. 

Der britische UN-Botschafter Jonathan Allen, dessen Land die Resolution gemeinsam mit Deutschland eingebracht hatte, sprach von einer verantwortungsvollen Entscheidung. Der Sicherheitsrat erkenne damit an, "dass Darfur von weitreichender Instabilität des Sudans getroffen ist und es einen Bedarf an fortlaufendem Schutz von Zivilisten in Darfur gibt".

UN-Generalsekretär António Guterres soll in 60 Tagen aktuelle Informationen zur Situation in Darfur bereitstellen. Bis zum 30. September erwartet der Sicherheitsrat eine Empfehlung von UN und Afrikanischer Union, wie der Abzug der Soldaten gestaltet werden soll. Im Juli 2018 hatte der Sicherheitsrat beschlossen, die Zahl der Unamid-Truppen zu reduzieren. Damals war die Zahl der Kämpfe im Sudan zurückgegangen, die Sicherheitslage hatte sich verbessert. Aktuelles Ziel sei es, die Mission bis zum Jahr 2020 zu beenden.

Nach Massenprotesten war im April der jahrzehntelange Präsident Omar al-Baschir durch das Militär entmachtet worden. Seitdem haben die Konflikte im Sudan wieder zugenommen. Große Teile der Bevölkerung sind gegen eine Militärregierung und fordern die Einsetzung einer zivilen Führung. Das Militär war wiederholt gewaltsam gegen Proteste vorgegangen. Anfang Juni waren dabei mehr als 100 Menschen getötet worden. Die Afrikanische Union setzte daraufhin die Mitgliedschaft des Sudans zeitweilig aus.