US-Grenze zu Mexiko - Vater und Tochter aus El Salvador in Grenzfluss zu USA ertrunken Ein Mann und seine zweijährige Tochter sind ertrunken, als sie den Rio Grande überqueren wollten. Das verstörende Foto der beiden erregte viel Aufmerksamkeit. © Foto: Loren Elliott/Reuters

Entlang des Grenzflusses Rio Grande zwischen den USA und Mexiko sind in den vergangenen Tagen etliche Leichen von Migranten gefunden worden. Unter ihnen sind auch ein Mann aus El Salvador und seine knapp zweijährige Tochter. Sie hatten versucht, den Grenzfluss zu überqueren.

Der Vater hatte nach einem Bericht der Tageszeitung La Jornada das Kind am Flussufer auf amerikanischer Seite abgesetzt. Dann sei er zur mexikanischen Seite zurückgekehrt, um seine Frau zu holen. In dem Moment sei die Tochter ins Wasser gesprungen. Der Vater habe sie noch greifen können, beide seien dann aber von der Strömung mitgerissen worden, zitierte die Zeitung die Frau. Nach einer stundenlangen Suche hätten Rettungskräfte die Leichen dann rund 500 Meter entfernt entdeckt. 

Das Foto der beiden Ertrunkenen hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Es erinnert in seiner Wirkung an das Foto eines dreijährigen syrischen Flüchtlingsjungen, dessen Leiche im Spätsommer 2015 an einem Strand in der Türkei gefunden worden war.

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Óscar Ramírez und seine Tochter Valeria wollten aus El Salvador in die USA flüchten. Anfang der Woche wurden sie am Ufer des Rio Grande tot aufgefunden. © Julia Le Duc/STR/AFP/Getty Images

Der Staatschef von El Salvador, Nayib Bukele, kündigte schnelle Hilfe für die Familie der beiden Verstorbenen an. Auch fianziell solle diese unterstützt werden.

Ungeregelte Grenzübertritte vermeiden

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador drückte seine Bestürzung über den Fall aus. Seine Regierung steht derzeit wegen ihres Umgangs mit Migrantinnen und Migranten in der Kritik. Der linksgerichtete Obrador hatte sich jüngst mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump auf ein Migrationsabkommen geeinigt. Daraufhin entsandte die mexikanische Regierung mehrere Tausend Soldaten und Polizisten an die Nord- und Südgrenze. Mexiko will so den ungeregelten Grenzübertritt der Migranten stoppen.

In den vergangenen Monaten haben die US-Behörde vermehrt illegale Grenzübertritte von Geflüchteten aus Zentralamerika vermerkt. Die Grenzschutzpolizei der USA griff nach eigenen Angaben zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 mehr als 676.000 Menschen auf – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

Immer wieder sterben Menschen auf der Flucht. Erst vor Kurzem haben US-Behörden den Fund von vier Leichen in der Nähe der texanischen Stadt McAllen gemeldet. Bei den Opfern soll es sich um eine junge Mutter, zwei Babys und einen kleinen Jungen handeln – sie sind offenbar verdurstet. Die UN schätzen, dass allein in der ersten Jahreshälfte 2019 mindestens 170 Menschen auf der Fluchtroute über die Grenze zwischen Mexiko und den USA ums Leben gekommen sind.