US-Präsident Donald Trump hat die politische Leistung des umstrittenen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gewürdigt. Der Kronprinz sei "ein Mann, der in den letzten fünf Jahren wirklich etwas getan hat, was die Öffnung Saudi-Arabiens betrifft", sagte Trump bei einem gemeinsamen Arbeitsfrühstück.

Trump sprach besonders Reformen für Frauen in dem konservativ-islamischen Land an. "Ich sehe, was passiert. Es ist wie eine Revolution, auf eine sehr positive Weise", betonte Trump. "Sie haben wirklich spektakuläre Arbeit geleistet", sagte Trump. 

G20-Gipfel nächstes Jahr in Saudi-Arabien

Der saudische Kronprinz, im nächsten Jahr Gastgeber des G20-Gipfels, ist umstritten, weil seiner Regierung unter anderem Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Einem UN-Sonderbericht zufolge wird eine Mitwisserschaft oder gar Beteiligung Salmans an dem Mord des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul für möglich gehalten.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Dokumente für die Verlobung mit seiner türkischen Lebensgefährtin abzuholen. Er hat das Botschaftsgelände aber nie verlassen. Khashoggi hatte im US-Exil gelebt und kritische Texte über die saudische Königsfamilie geschrieben.

Kürzlich hatte Trump in einem TV-Interview die Rufe nach einer weiteren Untersuchung mit dem Argument abgetan, dass zum Fall Khashoggi schon hinlänglich ermittelt worden sei. Die Zusage Saudi-Arabiens, den USA für Milliarden Dollar militärisches Gerät abzukaufen, "bedeutet mir etwas", ergänzte er.

Kritik aus der eigenen Partei

Die freundschaftliche Haltung Trumps der saudischen Führung gegenüber ist auch in den USA und sogar in Trumps eigener republikanischer Partei umstritten. Der republikanisch dominierte Senat hatte in mehreren Abstimmungen Waffendeals mit Saudi-Arabien abgelehnt. Saudi-Arabien gilt als einer der besten Kunden US-amerikanischer Waffenhersteller.

Bei den Gesprächen, an denen unter anderem auch US-Außenminister Mike Pompeo, Sicherheitsberater John Bolton und Finanzminister Steven Mnuchin teilnahmen, ging es neben der Lage im Nahen Osten auch um die Stabilität der Ölmärkte und die "wachsende Bedrohung durch den Iran", wie die amerikanische Regierung mitteilte. Iran gilt als Erzfeind des regionalen Konkurrenten Saudi-Arabien. Auch Handel, Investitionen und Menschenrechte seien diskutiert worden, hieß es weiter.