US-Wahlkampf - "Die Demokraten wollen unser Land zerstören" Beim Auftakt im Kampf um die Präsidentschaftswahl in Florida hat Donald Trump seine „America First“-Politik gelobt. Den Demokraten warf er vor, das Land wie man es kenne, zerstören zu wollen. © Foto: Carlos Barria/Reuters

Mit einer Großkundgebung in Florida hat US-Präsident Donald Trump offiziell seine Wahlkampagne für die Präsidentschaftswahl 2020 gestartet. Damit ist es amtlich: Der 73-Jährige strebt eine zweite Amtszeit im Weißen Haus an. Vor 20.000 Anhängerinnen und Anhängern warnte er in Orlando vor einem Sieg der oppositionellen Demokraten. "Unsere radikalen demokratischen Gegner sind von Hass, Vorurteilen und Wut getrieben", sagte Trump. "Sie wollen euch zerstören, und sie wollen unser Land zerstören, wie wir es kennen."

Begleitet wurde Trump in Orlandos Amway Center von Vizepräsident Mike Pence, dessen Ehefrau Karen und First Lady Melania Trump. Vor der Veranstaltung hatte der Präsident im Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben, der Enthusiasmus unter den Republikanern sei auf einem "Allzeithoch". Seinen geplanten Auftritt verglich er mit dem eines Rockstars.

Seine Rede begann der Präsident mit einem Angriff auf die Medien, die er erneut als  Fake-News kritisierte. Dann rief er seine Anhänger auf, die "America First"-Bewegung weiterzutragen. Er erinnerte an die Kampagne von 2016, die er als "großartige politische Bewegung beschrieb, und "einen entscheidenden Moment in der Geschichte Amerikas". Er habe Washington auf den Kopf gestellt, und begonnen "ein korruptes und kaputtes politisches Establishment" niederzureißen, so Trump. Vizepräsident Mike Pence sagte, er sei nur aus einem einzigen Grund in Orlando: "Amerika braucht vier weitere Jahre Präsident Donald Trump. Zeit für Runde zwei." 

Florida gilt als Schlüssel zum Sieg

Dass Trump Orlando für den offiziellen Wahlkampfauftakt ausgewählt hat, ist kein Zufall. Florida gehört zu den Bundesstaaten mit einer Schlüsselrolle für den Ausgang der Wahl im November 2020. Mit 29 Wahlmännern ist Florida gemeinsam mit New York der drittgewichtigste Bundesstaat im US-Wahlsystem nach Texas und Kalifornien – und mit Abstand der größte sogenannte Swing State, der bei Wahlen sowohl an die Demokraten wie die Republikaner fallen kann. In vielen anderen US-Staaten ist weitgehend absehbar, ob die demokratische Kandidatin oder der republikanische Kandidat gewinnen wird. Deshalb konzentriert sich der Wahlkampf meist auf eine Handvoll Staaten. Entscheidend könnten diesmal Staaten wie Pennsylvania, Michigan und Wisconsin im sogenannten Rust Belt sein, wo Trump bei der Wahl 2016 entscheidende Siege eingefahren hatte.

Die Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten und Kandidatinnen beginnen im Februar. An der erneuten Nominierung Trumps durch die Republikaner gibt es keinen Zweifel, auch wenn Ex-Gouverneur Bill Weld als interner Konkurrent antritt. Die US-Demokraten haben derzeit 23 Präsidentschaftsbewerber. Bei ihnen liegt im Ringen um die Kandidatur in Umfragen derzeit Ex-Vizepräsident Joe Biden vorn. Der 76-jährige Biden war Barack Obamas Vizepräsident, er will unter anderem Wähler der Arbeiterschicht hinter sich bringen.