Nahost - US-Drohne vom Iran abgeschossen Die iranischen Revolutionsgarden haben eine US-Drohne abgeschossen. Aus US-Kreisen hieß es, die Drohne sei in internationalem Luftraum getroffen worden. © Foto: U.S. Air Force/Bobbi Zapka/Handout/Reuters

US-Militärflugzeuge waren bereits in der Luft und Schiffe in Position: Im allerletzten Moment hat US-Präsident Donald Trump laut Medienberichten Donnerstagabend Luftangriffe gegen den Iran gestoppt. Wie die New York Times und die Nachrichtenagentur AP erfuhren, hatte er die Angriffe geplant, um den Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch den Iran zu vergelten. Die Operation sei bereits in ihrem Anfangsstadium gewesen, als sie abgeblasen worden sei, schrieb die New York Times unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsbeamten, der nicht namentlich genannt werden wollte. Es sei aber nicht geschossen worden.

Heftige Diskussionen im Weißen Haus

Weshalb es zu dem Abbruch kam, sei zunächst nicht bekannt. Unklar sei außerdem, ob die Aktion lediglich verschoben wurde. Es seien Angriffe auf ausgewählte iranische Ziele geplant gewesen. Die Zeitung berichtete, dass es am Donnerstag zunächst heftige Diskussionen im Weißen Haus zwischen dem Präsidenten, seinen höchsten Sicherheitsberatern und Kongressspitzen gegeben habe.

Das Blatt bezieht sich auf Informationen von mehreren hochrangigen Regierungsbeamten, die entweder an den Diskussionen teilnahmen oder darüber informiert wurden. Weder die US-Regierung noch das Pentagon wollten den Medienbericht kommentierten. Es habe aber keine Bemühungen gegeben, die Veröffentlichung des Artikels zurückzuhalten, hieß es.

Donald Trump - "Sie haben einen großen Fehler gemacht“ Der US-Präsident zeigt sich nach dem Abschuss einer Drohne durch den Iran um Deeskalation bemüht – er gehe nicht von einer Absicht aus. Der Iran will sich bei den UN über den Drohneneinsatz beschweren. © Foto: Olivier Douliery/Getty Images

US-Behörde verhängt Flugverbot über Persischem Golf

Etwa zeitgleich wurde für in den USA registrierte Flugzeuge ein Flugverbot für Teile des Persischen Golfs und des Golfs von Oman verhängt. Dies teilte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA am frühen Freitagmorgen auf Twitter mit. Von der Maßnahme betroffen sei das Teheraner Fluginformationsgebiet, in dem das Land Zugriff auf Daten zum Flugverkehr hat.

Grund seien "erhöhte militärische Aktivitäten und verschärfte politische Spannungen in der Region". Diese würden ein "Risiko" für US-Zivilflugzeuge darstellen, es gebe zudem die Gefahr von "Fehleinschätzungen" und einer irrtümlichen Identifizierung. "Der Abschuss eines unbemannten Fluggeräts der USA durch eine iranische Flugabwehrrakete macht das Risiko für die zivile US-Luftfahrt deutlich", erklärte die Behörde.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne vor der Küste des Landes abgeschossen. Teheran erklärte, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt, was die USA zurückweisen.