Antragsteller für ein US-Visum werden künftig auch nach ihren Social-Media-Profilen sowie nach Telefonnummern und E-Mail-Adressen gefragt. Das US-Außenministerium bestätigte, die Antragsformulare "für Migranten- und Nicht-Migranten-Visa" angepasst zu haben, um "von den meisten Antragstellern zusätzliche Informationen zu erfragen, darunter auch Social-Media-Identifikation". "Die nationale Sicherheit hat bei der Vergabe von Visa oberste Priorität", erklärte das Ministerium. "Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Screening zu verbessern, um US-Bürger zu schützen und gleichzeitig legitime Einreisen in die USA zu erlauben."  Die Maßnahme war bereits im März 2018 angekündigt worden.

Auf den Antragsformularen sind Social-Media-Plattformen vorgegeben. Darin müssen Antragsteller ihre Usernamen, Mailadressen und Telefonnummern der letzten fünf Jahre auflisten. Die Angaben gelten für Visa zur Einwanderung sowie für vorübergehende touristische, Geschäfts- und Bildungsaufenthalte in den USA. Freiwillig können die Antragsteller weitere Kontakte angeben.

Bisher mussten nur Antragsteller über ihre Social-Media-Daten Auskunft geben, die zuvor in Ländern waren, die von Terrororganisationen kontrolliert werden. Künftig werden fast alle der jährlich 15 Millionen Visa-Antragsteller betroffen sein.

Die meisten EU-Bürger sind von der Regelung ausgenommen, da sie im Rahmen eines Visa-Waiver-Programms (ESTA) ohne Visum in die Vereinigten Staaten einreisen können. Für manche EU-Staaten wie Polen, Kroatien, Rumänien oder Bulgarien gilt dies jedoch nicht. Dort benötigen die Bürgerinnen und Bürger ein Visum.