Afghanistan - Schwere Explosion in Kabul Bei der Explosion einer Autobombe in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Die Detonation ereignete sich im Diplomatenviertel. © Foto: Rahmat Gul

Durch die Explosion einer Autobombe sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 53 Menschen verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Die Zahl könne noch steigen.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, zunächst sei eine Autobombe explodiert. Anschließend hätten mehrere Angreifer ein Gebäude gestürmt. Die Gegend, in der sich unter anderem Militär- und Regierungsgebäude befinden, wurde abgeriegelt.

Das Ziel der Explosion war zunächst unklar. Der afghanische Fußballverband, der seinen Sitz ebenfalls in der Gegend hat, teilte mit, die Explosion habe sich in der Nähe seines Gebäudes ereignet. "Einige unserer Kollegen sind im Inneren eingeschlossen, wir haben Berichte über einige Verletzte", sagte ein Sprecher. Es sei unklar, ob die Angreifer in das Gebäude eingedrungen seien.

Verhandlungen zwischen Taliban und USA

In der Nähe des Explosionsortes befindet sich auch der Sender Schamschad TV, der sein Programm kurzzeitig unterbrach. Anschließend wurden Bilder der Räumlichkeiten des Senders gezeigt, die stark beschädigt waren. Unter anderem waren zerborstene Fensterscheiben zu sehen. Der Sender war aber nach eigenen Angaben nicht das Ziel.

Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff. In Kabul sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv.

Die Explosion ereignete sich zwei Tage nach Beginn der neuen Verhandlungsrunde zwischen den Taliban und den USA in Katar. In einem Friedensabkommen soll ein Abzug der US-Streitkräfte nach mehr als 17 Jahren im Land vereinbart werden. Im Gegenzug müssten die Taliban Garantien dafür geben, dass das Land nie wieder Rückzugsgebiet für islamische Extremisten wird, wie dies vor den Anschlägen vom 11. September in den USA der Fall war. Die USA streben einen Durchbruch bei den Verhandlungen bis Ende August an. Im September sollen in Afghanistan Präsidentschaftswahlen stattfinden.