US-Präsident Donald Trump hat mehrere Demokratinnen im Kongress aufgefordert, die USA zu verlassen und in ihre vermeintliche Heimat zurückzukehren. Trump schrieb auf Twitter, es sei "interessant zu sehen, wie 'progressive' Demokratinnen, die ursprünglich aus Ländern mit katastrophalen, korrupten und unfähigen Regierungen gekommen sind", den USA "lauthals und gehässig" erklärten, "wie unsere Regierung zu funktionieren hat". "Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie gekommen sind", schrieb Trump.

Der Präsident spottete, diese Orte bräuchten den Rat dieser Frauen dringend, sie könnten gar nicht schnell genug aufbrechen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses – die Frontfrau der Demokraten, Nancy Pelosi – sei sicher gern bereit, die Reisepläne zu unterstützen, twitterte Trump weiter.

Er nannte keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine kleine Gruppe junger und aufstrebender demokratischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus an, die sich derzeit Machtkämpfe mit Pelosi liefern. Dazu gehören Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ayanna Pressley und Ilhan Omar. Sie kommen zum Teil aus Einwandererfamilien, sind bis auf Omar, die in Somalia auf die Welt kam, aber in den USA geboren.

Trumps verbale Attacke fiel auf den Tag, für den der Präsident großangelegte Razzien gegen Menschen ohne Aufenthaltspapiere in den USA angekündigt hatte. Diese waren zunächst allerdings ausgeblieben.

Abgeordnete werfen Trump weißen Nationalismus vor

Tlaib fragte auf Twitter, was man einem "gesetzlosen Präsidenten und Totalausfall in seinem Amt" dazu antworten solle? "Er ist die Krise. Seine gefährliche Ideologie ist die Krise", schrieb sie. Trump müsse des Amtes enthoben werden.

Die in Somalia geborene und mit ihren Eltern eingewanderte Abgeordnete Ilhan Omar twitterte: "Sie (Trump) schüren weißen Nationalismus, weil Sie wütend auf uns sind, dass wir im Kongress dienen und gegen ihre hasserfüllte Agenda kämpfen." Tlaib und Omar sind die ersten beiden muslimischen Frauen, die in den Kongress eingezogen sind.

"So sieht Rassismus aus. Wir sind das, was Demokratie ist, wir gehen nirgendwo hin", twitterte die Abgeordnete Ayanna Pressley, die in Chicago (Illinois) geboren wurde. Alexandria Ocasio-Cortez schrieb, der Präsident habe vor der Welt mit seinem weißen Nationalismus geprahlt. Sie stammt aus der Bronx in New York.

Auch Nancy Pelosi reagierte empört. Trumps fremdenfeindliche Äußerungen hätten das Ziel, die USA zu spalten, twitterte sie. Statt Mitglieder des Kongresses anzugreifen, solle der Präsident lieber gemeinsam mit den Demokraten an einer humanen Einwanderungspolitik arbeiten. Trump zeige mit seinem Angriff auf die Abgeordneten, dass sein Ziel schon immer gewesen sei, "Amerika wieder weiß zu machen", kritisierte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses.

Trump warf daraufhin den Demokraten vor, sie würden Menschen verteidigen, die schlecht über das Land redeten und Israel hassten.