Etwa 9.000 Angehörige von Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz, in der Regel Bürgerkriegsflüchtlinge, haben seit der Neureglung des Familiennachzuges in Deutschland Visa erhalten. Das teilte das Auswärtige Amt auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach wurden in dem Zeitraum von August 2018 bis Juni 2019 insgesamt 8.758 Einreiseerlaubnisse erteilt.

Die neue Reglung gilt seit August des vergangenen Jahres, nachdem sie zwei Jahre lang ausgesetzt wurde. Nach zähen Verhandlungen hatten sich CDU, CSU und SPD auf die Änderung geeinigt, die auch eine monatliche Obergrenze von 1.000 positiven Entscheidungen vorsieht. Den subsidiären Schutz erhalten Menschen, die zwar nicht verfolgt werden, die bei der Rückkehr in das Heimatland dennoch Gefahr ausgesetzt sind. Das ist zum Beispiel bei einem Krieg der Fall und betrifft vor allem Flüchtlinge aus Syrien. Die Anträge werden von den deutschen Vertretungen im Ausland angenommen und in den Ausländerbehörden in Deutschland geprüft. Das Bundesverwaltungsamt überprüft die monatliche Obergrenze.

"Die in den Monaten Februar, März und April 2019 übersandten Anträge, die knapp über das Kontingent von 1.000 hinausgingen, konnten in den Folgemonaten berücksichtigt werden", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Zeitverzüge zwischen den verschiedenen Stufen können dazu führen, dass in manchen Monaten mehr als 1.000 Visa ausgestellt werden. Die Neureglung startete zunächst schleppend, in den Monaten von Dezember bis Mai seien dann aber mehr als 1.000 Einreiseberechtigungen erteilt worden. Im Juni waren es 804 Visa.

Für Asylbewerber, die in Deutschland Schutz erhalten, gibt es unterschiedliche Kategorien. Wer – im Gegenzug zum subsidiären Schutz –in seiner Heimat politisch verfolgt wurde oder nach der Genfer Konvention als Flüchtling anerkannt ist, darf seine Familie nachholen – auch dann, wenn er für deren Unterhalt nicht selbst aufkommen kann.