Die USA und Brasilien wollen die ökonomischen Beziehungen zwischen ihnen stärken und diese in einem bilateralen Handelsabkommen festschreiben. Dies kündigte US-Präsident Donald Trump an, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Die USA und Brasilien tauschten im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 100 Milliarden Dollar aus.

"Es wird an einem Freihandelsvertrag gearbeitet", sagte Trump vor Journalisten in Washington. Konkreter wurde US-Handelsminister Wilbur Ross: Ihm zufolge wollen Trump und sein brasilianischer Amtskollege Jair Bolsonaro Investitionen im Energiesektor, der Infrastruktur, der Landwirtschaft und im Technologiesektor erleichtern.

Aus Brasília wollte man Donald Trumps Aussage nicht bestätigen. Der stellvertretende Wirtschaftsminister Brasiliens, Marcos Troyjo, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sein Land habe "ehrgeizige" Ziele, um den Handel zu erleichtern und Investitionen zu erhöhen. Allerdings müssten bei den Gesprächen über die gegenseitigen Zölle Brasiliens Mercosur-Partner berücksichtigt werden.

Vergangenen Monat hatten sich die EU und die im südamerikanischen Handelsabkommen Mercosur zusammengeschlossenen Staaten nach rund 20-jährigen Verhandlungen auf ein Handelsabkommen geeinigt. Das Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay muss jedoch noch von mehreren EU-Staaten angenommen werden.

US-Handelsminister Ross warnte die brasilianische Regierung vor "vergifteten Geschenke" der Europäischen Union. Brasilien müsse bei Handelsabkommen mit der EU vorsichtig sein und nichts vereinbaren, was ein Abkommen mit den USA verhindern würde.

Bolsonaros Sohn wird Botschafter in den USA

Die neuen engen Bande des US-Präsidenten zu seinem brasilianischen Amtskollegen zeigen sich auch in Trumps Reaktion auf die Ernennung von Bolsonaros Sohn zum neuen Botschafter in den USA. Dies sei eine "tolle" Wahl, kommentierte er diese Entscheidung, die von der Opposition in Brasilien, selbst von Teilen der Wählerschaft Bolsonaros als Vetternwirtschaft verurteilt worden war.

Jair Bolsonaro war im vergangenen Oktober zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden. Der Rechtspopulist hat unter anderem das Budget für den Klimaschutz gekürzt und die Schutzrechte für indigene Völker abgebaut. Zudem lockerte er die Waffengesetze.