Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat sich bereit erklärt, umgehend mit den USA zu verhandeln. "Für Verhandlungen (mit den USA) sind wir immer bereit, auch diese Stunde, sogar jetzt gleich", sagte Ruhani in einer TV-Ansprache. Vorher müssten die USA aber zur Vernunft kommen, den Druck beenden und die Sanktionen gegen den Iran aufheben, forderte der iranische Präsident.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran am vergangenen Mittwoch mit weiteren Strafmaßnahmen gedroht. Er warf der Führung in Teheran vor, schon seit Langem heimlich Uran anzureichern. Damit habe das Land gegen das Atomabkommen verstoßen.

Am Sonntag traf der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in New York ein. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA wird Sarif am Mittwoch vor dem Wirtschafts- und Sozialrat der UN eine Rede halten. In Teheran kursieren Gerüchte, Sarif wolle in New York am Rande der UN-Vollversammlung eventuell ein Treffen im September mit der US-amerikanischen Seite vorbereiten.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und der Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran stehen die sich die beiden Staaten erneut feindlich gegenüber. Der Abschuss einer US-Drohne durch die iranischen Revolutionsgarden am Persischen Golf vergangenen Monat hat die Spannungen zuletzt verschärft. Die USA wollen durch Verhandlungen mit dem Iran einen neuen Atomdeal ausarbeiten, bislang ist dies allerdings gescheitert.

Sarif wollte einen Kontakt mit den USA weder bestätigen noch dementieren. "Derzeit sind nur Treffen im Rahmen der UN geplant", sagte Sarif iranischen Reportern nach seiner Ankunft in New York.