Der Iran hat eigenen Angaben zufolge einen Spionagering des US-Geheimdienstes CIA aufgedeckt, an dem auch europäische und asiatische Länder mitgewirkt haben sollen. Wie das iranische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf das Geheimdienstministerium berichteten, seien 17 Verdächtige festgenommen worden – und zwar bereits während des vorherigen iranischen Kalenderjahres, das im März endete. Inzwischen wurden einige von ihnen zum Tode verurteilt, andere zu langen Haftstrafen.

Nach Angaben des Leiters der Spionageabwehr wurden alle 17 Verdächtigen bewusst ausgewählt. Demnach arbeiteten sie in sensiblen und entscheidenden Bereichen der Sparten Atomenergie, Infrastruktur, Wirtschaft, Militär und Cybertechnologie und hätten dort geheime Informationen gesammelt. Im Gegenzug seien den Agenten US-Visa, Greencards, die amerikanische Staatsangehörigkeit und lukrative Jobs in den Staaten versprochen worden. Diese Versprechen seien jedoch nicht eingehalten worden, fügte der Offizielle hinzu.

Mehr Details zu dem Fall sollen demnächst öffentlich gemacht werden, sagte der Offizielle in einem Presse-Briefing im Kultusministerium – etwas, was im Iran nur sehr selten stattfindet. Diesmal wurden auch ausländische Medien eingeladen, den Journalisten wurden am Ende Dokumente in verschiedenen Sprachen sowie eine Video-CD über angebliche Operationen der CIA im Iran mitgegeben. Die Aussagen sowie die Dokumente können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.

US-Präsident Donald Trump dementierte unterdessen die Angaben des iranischen Geheimdienstes. Es handle sich um Lügen und Propaganda eines "religiösen Regimes", das versage und keine Ahnung habe, was es machen solle, schrieb Trump auf Twitter. Auch US-Außenminister Mike Pompeo, ehemals CIA-Direktor, äußerte Zweifel an der Darstellung der iranischen Regierung. "Das iranische Regime hat eine lange Geschichte von Lügen", sagte er dem Sender Fox News. "Ich würde iranische Behauptungen über ihre Aktionen mit Vorsicht genießen." Die CIA nahm bisher keine Stellung zu den Berichten. 

Die Erklärung des iranischen Geheimdienstministeriums fällt mitten in die angespannte Situation an der Straße von Hormus. Dort setzte der Iran in der vergangenen Woche den britischen Öltanker Stena Impero fest, nachdem die britische Marine Anfang des Monats vor dem Überseegebiet Gibraltar einen iranischen Tanker aufgebracht hatte. Auch durch die einseitige Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Donald Trump und massive Sanktionen haben sich Spannungen zwischen dem Iran und den USA stark verschärft.