Nach den jüngsten Spannungen in der Golfregion schickt das US-Militär Soldaten nach Saudi-Arabien. Der Schritt diene als "zusätzliche Abschreckungsmaßname" und dazu, die Streitkräfte und Interessen der USA in der Region vor Bedrohungen zu schützen, teilte das US-Zentralkommando Centcom mit. Saudi-Arabien hatte die Stationierung kurz zuvor willkommen geheißen – zur Verteidigung der regionalen Sicherheit und Stabilität sowie zur Stärkung der Sicherheitskooperation mit den USA, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA meldete.

US-Medien hatten zuvor darüber berichtet, dass die Regierung von Präsident Donald Trump die Entsendung von bis zu 500 Soldaten nach Saudi-Arabien plane.

Die Spannungen am Golf zwischen dem Iran auf der einen Seite und den USA, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der anderen nahmen in den vergangenen Wochen dramatisch zu. Am Freitag hatten iranische Kräfte zwei britische Öltanker in der Straße von Hormus aufgebracht. Einen ließen sie später wieder weiterfahren. Zudem hatten die USA am Donnerstag mitgeteilt, ihr Kriegsschiff USS Boxer habe in der Meerenge eine iranische Drohne zerstört.

Ende Juni hatte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die Revolutionsgarden über der Straße von Hormus fast zu einer militärischen Konfrontation geführt. Unter Verweis auf eine "Bedrohung" durch den Iran hatten die USA bereits in den vergangenen Monaten ihre Militärpräsenz in der Golfregion verstärkt.

Zuletzt waren im Jahr 2003 US-Truppen in Saudi-Arabien stationiert. Die Soldaten waren 1991 im Zuge des Golfkriegs dorthin verlegt worden. Von einem Luftstützpunkt südlich von Riad flog die US-Luftwaffe damals Angriffe auf den Irak. Zeitweise waren 200 US-Militärflugzeuge dort stationiert.