Khartum - Mehrere Tote bei Protesten im Sudan Im Sudan haben Zehntausende für die Einsetzung einer Zivilregierung demonstriert. Laut offiziellen Angaben wurden sieben Menschen getötet. © Foto: Ebrahim Hamid/Getty Images

Im Sudan sind erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um für die Einsetzung einer Zivilregierung zu demonstrieren. Die Polizei ging gegen sie vor. Laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Suna wurden sieben Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

Es waren die ersten Proteste, seit das Militär Anfang Juni hart gegen Demonstranten vorgegangen war. Damals war ein Protestlager der Opposition von Sicherheitskräften gestürmt worden.

An mehreren Orten in Khartum und Omdurman kamen die Protestierenden zusammen, um an den Häusern von Opfern vorbeizumarschieren, die seit Beginn des Aufstands getötet wurden. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Demonstrierende von Sicherheitskräften in Khartum davonliefen und versuchten, sich vor Tränengas zu schützen. Außerdem sah man Protestierende, die singend das Ende des Militärrats unter Abdel-Fattah Burhan forderten. 

Im April hatte die Protestbewegung die Absetzung von Langzeitpräsident Al-Baschir durch das Militär erzwungen. Seitdem hat es Verhandlungen zwischen Militärrat und Protestbewegung über die Zukunft des Landes gegeben. Die Gespräche endeten Anfang des Monats abrupt, als das Militär gewaltsam das Protestlager in Khartum räumte und dabei zahlreiche Menschen tötete.

Der Militärrat ließ mitteilen, die Generäle seien bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Unter dem Vorsitz der Afrikanischen Union werde hoffentlich eine umfassende politische Lösung gefunden. Die Protestbewegung teilte dagegen mit, die Gespräche könnten erst fortgesetzt werden, wenn das Militär ihre Forderungen akzeptiere.