Die USA haben ein Kriegsschiff in die Straße von Taiwan geschickt. "Der Transit durch die Taiwan-Straße zeigt das Engagement der USA für einen freien und offenen Indopazifik", sagte ein Sprecher der siebten Flotte der US-Marine in Washington. "Die U.S. Navy wird weiterhin fliegen, segeln und operieren, wo immer es das internationale Recht erlaubt." Die 180 Kilometer breite Meerenge trennt die chinesische Provinz Fujian und die Insel Taiwan.

Die Entscheidung dürfte von der Regierung in Peking als Provokation aufgefasst werden. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als "unabtrennbaren Bestandteil des chinesischen Territoriums". Wegen des Handelsstreits sind die Beziehungen mit den USA derzeit ohnehin angespannt. China hatte sich bereits über die US-Pläne, Waffen im Wert von 2,2 Milliarden Dollar an Taiwan zu verkaufen, verärgert gezeigt.

Die USA haben zwar keine offiziellen Beziehungen zu Taiwan. Sie sind aber der wichtigste politische Unterstützer und größter Waffenlieferant des Inselstaates.

In einem Weißbuch zur Militärstrategie Chinas, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, wiederholte die Regierung in Peking Drohungen, die Taiwan gegebenenfalls auch mit militärischer Gewalt zu erobern. Die "vollständige Wiedervereinigung Taiwans mit China ist im Grundinteresse Chinas", hieß es. "Wir geben kein Versprechen ab, auf Gewalt zu verzichten, und behalten uns die Möglichkeit vor, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen."

In dem Strategiepapier werden unter anderem die USA direkt kritisiert wegen ihrer verstärkten Militärpräsenz in der Region. Aber auch die Aktionen Japans und Australiens und deren Bündnisse im Asien-Pazifik-Raum führten zu Unsicherheit in der Region. Dazu verwies China etwa auf die US-Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea. Chinas Militär weitet seinen Einfluss in der Region seit Jahren aus, was Besorgnis in einigen Pazifik-Anrainerstaaten ausgelöst hat.