In der Straße von Hormus hat es erneut einen Zwischenfall mit einem Öltanker gegeben. "Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der British Heritage, in der Straße von Hormus zu behindern", teilte ein Sprecher der Regierung in London mit. Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass anschließend ein britisches Kriegsschiff eingeschritten sei und die Boote zurückgedrängt habe.

Auch diese Angaben bestätigte die britische Regierung. Die britische Fregatte HMS Montrose sei gezwungen gewesen, sich zwischen die iranischen Boote und den Tanker zu positionieren und "verbale Warnungen an die Boote abzugeben". Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. "Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren" hieß es weiter.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierte, dass es einen Zwischenfall mit einem britischen Schiff im Persischen Golf gegeben habe. "In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen", teilten die Revolutionsgarden mit.  

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien zuvor wegen des Stopps eines iranischen Öltankers an anderer Stelle – vor Gibraltar an der Südspitze Spaniens – mit Konsequenzen gedroht. "Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm", sagte er. "Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen." Großbritannien solle dies beherzigen, "um später nicht die Konsequenzen zu tragen".

Verdacht auf Öllieferungen an Syrien

Der iranische Supertanker Grace 1 war in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen für Syrien gestoppt worden. Auch die britische Marine war an der Aktion beteiligt. Der Iran protestierte, bestellte dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der oberste Gerichtshof des britischen Überseegebietes hat inzwischen angeordnet, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf.

Mitte Juni waren zwei Öltanker im Golf von Oman von Unbekannten angegriffen und beschädigt worden. Die USA beschuldigen den Iran, hinter den Taten zu stehen. Sie haben ein Video veröffentlicht, das iranische Einheiten beim Entfernen eines Blindgängers an einem der Schiffe zeigen soll. Die islamische Republik weist die Vorwürfe zurück.

Der Golf von Oman ist über die Straße von Hormus mit dem persischen Golf verbunden. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserwege weltweit und spielt für die Öltransporte in der Golfregion eine zentrale Rolle.