In der Straße von Hormus im Persischen Golf sollen iranische Revolutionsgarden einen ausländischen Öltanker gestoppt haben. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen und die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Crew des Schiffes sei festgenommen worden.

Der Grund für die Beschlagnahme sei der Verdacht auf illegalen Ölhandel. Das Schiff habe eine Million Liter Öl von iranischen Schmugglern an Kunden im Ausland transportiert und sei im Süden der iranischen Insel Larak in der Straße von Hormus abgefangen worden. Der Tanker sei bereits am Sonntag festgesetzt worden, heißt es in den Medien.

Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV veröffentlichte, handelt es sich dabei um den Öltanker Riah, dessen Signal am vergangenen Wochenende vor der iranischen Küste verschwunden war. Auf dem Video ist zu sehen, wie zwei Schnellboote die Riah umkreisen. Der Tanker war zuletzt durch die Straße von Hormus gefahren, hörte vor wenigen Tagen aber auf, Standortdaten zu senden.

Wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker derzeit gehört, ist unklar. Die Riah fährt unter der Flagge Panamas. Die Webseite Marine Traffic nennt als Eigentümer eine Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), einem der regionalen Gegenspieler des Iran. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte, dass der Tanker bereits im vergangenen Jahr an eine andere Firma aus den VAE weiterverkauft worden sei, die ihrerseits das Schiff nach kurzer Zeit ebenfalls weiterverkauft haben will. Die staatliche Nachrichtenagentur WAM berichtete, dass das Schiff weder von den Vereinigten Arabischen Emiraten betrieben werde, noch einer Firma in den VAE gehöre. Auch zur Herkunft der zwölfköpfigen Besatzung gibt es keine Informationen.

USA verlangen Freigabe des Tankers

Die britische Regierung forderte den Iran auf, für Aufklärung zu sorgen und zur Deeskalation in der Region beizutragen. Das US-Außenministerium verlangte die umgehende Freigabe des Tankers. "Die USA verurteilen entschieden die wiederholten Schikanen gegen Schiffe durch das Marine-Korps der Islamischen Revolutionsgarden", hieß es.

In den vergangenen Wochen kam es mehrmals zu Zwischenfällen mit Öltankern: Anfang Juli war der iranische Öltanker Grace 1 von der britischen Marine vor Gibraltar gestoppt worden. Das Schiff soll sich auf dem Weg nach Syrien befunden haben. Eine Woche nach dem Aufbringen der Grace 1 versuchte der Iran nach Darstellung der britischen Regierung, den britischen Tanker British Heritage in der Straße von Hormus zu blockieren. Seit Anfang Mai gab es zudem mehrere Angriffe auf Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate und im Golf von Oman, für die die US-Regierung den Iran verantwortlich macht. Die iranische Regierung weist all diese Vorwürfe zurück.

Die Straße von Hormus im Persischen Golf gilt als einer der wichtigsten Schifffahrtswege. Ein Fünftel der weltweiten Erdöltransporte geht durch diese Meerenge.