Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny ist im Zusammenhang mit Protesten für freie Kommunalwahlen zu 30 Tagen Haft verurteilt worden. Das teilte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmisch über Twitter mit. Nawalny war am Mittwochmorgen laut Jarmisch wegen des Vorwurfs in Gewahrsam genommen worden, zu "nicht genehmigten Demonstrationen" aufgerufen zu haben.

Zahlreiche Oppositionskandidaten wie der prominente Kremlkritiker Ilja Jaschin waren in der vergangenen Woche wegen angeblicher formaler Mängel von der Wahl im September ausgeschlossen worden. Dagegen protestierten am Samstag mehr als 20.000 Menschen in Moskau. Auch Nawalny nahm an der Kundgebung teil. Er rief bei der Veranstaltung zu einer neuen Großkundgebung an diesem Samstag auf. Sie soll vor dem Moskauer Rathaus stattfinden.

Kurz nach der Gerichtsentscheidung rief Nawalny erneut zur Teilnahme auf: "Gehen Sie am Samstag nach draußen. Solange wir keine Stimme haben, sind wir bereits verhaftet." Nawalny betonte, die Demonstrationen würden so lange weitergehen, bis die Wahlkommission die Oppositionspolitiker auf die Wahllisten nehme.

Nawalny ist einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Demonstrationen organisiert, was immer wieder zu kurzen Haftstrafen führte. Zuletzt wurde er Anfang Juli wegen der Teilnahme an einem nicht genehmigten Protestmarsch zu zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Im Februar 2014 war er im Zuge von Betrugsermittlungen für zehn Monate unter Hausarrest gestellt worden.