Zum ersten Mal haben der russische Präsident, Wladimir Putin, und der ukrainische Staatschef, Wolodymyr Selenskyj, persönlich miteinander gesprochen. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax thematisierten die beiden Politiker in einem Telefonat auch den Konflikt in der Ukraine.

Einem Sprecher der russischen Regierung zufolge besprachen Putin und Selenskyj die Situation am Donbas im Osten der Ukraine, so seit 2014 Krieg herrscht. Es sei um die Frage nach einer Besiedlung des Gebietes gegangen. Auch den Austausch Gefangener habe man diskutiert. 

Die Gesprächspartner sollen sich darauf verständigt haben, den Kontakt fortzuführen. Auch die Möglichkeit einer Begegnung im sogenannten Normandie-Format – mit der Beteiligung von Deutschland und Frankreich – werde erwogen.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte vor wenigen Tagen eine Videobotschaft veröffentlicht, in der er den russischen Staatschef aufforderte, in Minsk über die Situation in der Ukraine zu sprechen: "Ich möchte an den russischen Präsidenten Wladimir Putin appellieren. Wir müssen reden", hieß es in dem Video. Für die Unterredung hatte Selenskyj auch die Teilnahme von US-Präsident Donald Trump, der britischen Premierministerin Teresa May, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagen. Auch für das Telefonat sei die Initiative von der Ukraine ausgegangen, teilte der russische Sprecher mit.

Am 21. Juli wird in der Ukraine ein neues Parlament gewählt. Der Ausgang der Wahl dürfte darüber entscheiden, ob Selenskyj die proeuropäische Ausrichtung seiner Politik fortsetzen kann. Er ist seit Mai im Amt.